Mobilfunk stört TV? Siegt die Glasfaser am Ende doch?

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Wenn Sie schon länger mit Handys unterwegs sind, dann wissen Sie, daß man eingehende e-mails, Kurznachrichten oder Anrufe mitunter auch im Radio oder im Fernsehen „hören“ kann.

Das Tucker-Tucker-Tucker oder Triiiiit ist eine Nebenwirkung der bei GSM verwendeten Übertragsart. Die Informationen werden in Zeitschlitze verteilt, wie bei der Baby-Fütterung: Ein Löffel für Mama, ein Löffel für Papa, nur daß verschiedene Handys in verschiedenen Zeitschlitzen senden dürfen. Ein einzelnes Handy hat solange Pause und fängt dann wieder an, dieses Ein/Aus läuft mit ca. 217 Hz und das „brummt“ dann im schlecht entstörten Radio oder Fernsehgerät. Fachleute können Anrufe von GPRS-Datenübertragungen unterscheiden, aber moderne Geräte und schärfere Vorschriften haben das Problem weitgehend gelöst.

Nun kommt die „digitale Dividende“, da wurde den Fernsehanstalten der Frequenzbereich oberhalb von 800 MHz „geklaut“ und dem Mobilfunk zugeschlagen. Als günstige MÖglichkeit auf der „letzten Meile“, erhofft sich die Mobilfunkliga verzweifelt, mit wenigen großen Brummern auf dem Berg die Provinz erreichen zu können. Das mag in der Theorie funktionieren, aber in der Praxis klappt das schon physikalisch nicht. Erstmals muß das Endgerät „antworten“ können und das hat nru wenig Leistung und als USB-Stick hängt das Teil sicher irgendwo unterm Tisch in der Ecke, da wird die Funkverbindung zum nächsten Sender schwierig. Man wird also um Sender in der Nähe nicht umhin kommen. Die ungeliebten Femto-Zellen wären eine Lösung, das Indoor-Problem zu lösen. Die würden dann über Festnetz-DSL angeschlossen oder in der Einsamkeit über eine Funklösung. Satelliten wären schon heute flächendeckend zu haben, aber da so ein Satellit „nur“ 36.000 km entfernt ist, bekommt man hohe „Laufzeiten“ rein, sprich die „Ping“-Zeiten gehen in die Höhe, für viele Anwendungen, die auf „Dialog“ basieren ein Graus.

Noch nicht genau untersucht wurde, ob ein LTE-Sender der oberhalb von 800 MHz sendet, die TV-Empfänger, die unterhalb von 800 MHz operieren wirklich „stören“ kann. Analoges TV ist weitgehend abgeschaltet, nur in den Kabel-TV-Anlagen wird noch analog gesendet, da könnten sich LTE-Handys und Sender möglicherweise als störende Muster bemerkbar machen. Bei DVB-T dem digitalen terrestrischen Fernsehen wäre denkbar, daß ein LTE Sender dem DVB-T Empfänger „zustopft“, das heißt, dann wäre der Empfang zeitweise oder dauerhaft komplett weg, vermutlich aber nur dann, wenn das LTE-Endgerät direkt neben dem Fernseher liegt und das Antennenkabel schlecht oder gar nicht richtig abgeschirmt ist.

Und dann sind da noch die ganze Klagen. Bis die ausverhandelt sind, kann es eine ganze Weile dauern. Und ich bleibe dabei: Bis dahin hat die Telekom ihre Glasfasern bis ins letzte Berg- oder Taldorf gelegt und die Leute angeschlossen. Wetten?

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Eine Antwort to “Mobilfunk stört TV? Siegt die Glasfaser am Ende doch?”

  1. Tweets that mention Mobilfunk stört TV? Siegt die Glasfaser am Ende doch? « Henning Gajek's Blog -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by HRGajek. HRGajek said: Stört #LTE den #TV Empfang? Siegt am Ende die #Glasfaser? http://tinyurl.com/y6qkr8v […]

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