Hat Vodafone keine Zeit mehr?

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Gewisse Dinge finden fast unbemerkt statt, aber wir im Netz, wir merken es dann doch.

vodafone hat keine Zeit mehr, die mit hohem Aufwand gestartete Generation Upload Kampange „Es ist Deine Zeit“ wurde am 2. April heimlich still und leise beerdigt.

Sie war – so sieht das die Szene aus heutiger Sicht – leider vertane Zeit, obwohl die Grundidee absolut richtig war: Hin zur Generation Upload, die es tatsächlich gibt, die mit dem Handy viele interessante Dinge tun würde, wenn die Tarife verständlich und vor allen Dingen bezahlbar wären.

Doch Vodafone fehlte der Mut und die Zeit, seinen Fußnoten und Tarifdschungel-Urwald gründlich abzuholzen und neue Tarife aufzulegen, wo die Nutzer sich endlich einen Ruck gegeben hätten, all die Möglichkeiten, die das mobile Netz heute bietet, richtig und intensiv zu nutzen und all ihre Freunde und Peergroups ins Netz von Vodafone zu ziehen.

Ich kann nur die Lektüre des Kollegen Ralf Schwartz empfehlen, der das richtig auf den Punkt bringt.

Wenigstens einen Freak-Tarif hätte Vodafone bringen müssen, um die Zielgruppe zu erreichen, die große Masse hätte man ja weiter mit SuperAllNetInternet-Counterstrike-Flat-Tarifen und 200 Optionen umwickeln können.

Aber T-Mobile hat das nicht – im Gegenteil dort jagen sie intern nach kostenbewußten Power und Multiplikator-Usern, die es dank Insiderforen zum Geschäftskunden geschafft haben – also macht es Vodafone auch nicht.

Daß die Tarife von E-Plus und o2 die Generation Upload viel eher ansprechen will man noch nicht wahrhaben. Noch nicht.

Dafür hat Vodafone einen neuen Slogan. „Du bist so stark wie Dein Netz“.

Hm… Das Video ist richtig originell, erfordert aber über 1 Minute volle Konzentration, hoffentlich sind die Zuschauer auch so stark. Die Botschaft ist ansonsten unverbindlich, die Zielgruppe könnte günstigere und verständlichere Tarife der kleinen Anbieter und der ganzen Discounter viel knuffiger finden. Wo Internet teuer ist, wird es nach der ersten Schockrechnung nicht mehr genutzt, stattdessen verknotet man sich die Finger mit SMS oder wartet auf die ersten“einfachen“ QWERTZ-Telefone, die das SMS-Schreiben bald radikal vereinfachen werden.

Die Chefetagen zählen wie Dagobert Duck Ihre Taler und tüfteln gerade darüber, wie man die Überkeuzbeteiligung von Verizon (USA) und Vodafone (Rest der Welt) entwursteln könnte, die Börse sieht nur ihre Zahlen. Gerade da hat der neue Spruch „Du bist so stark wie Dein Netz“ seine Bedeutung. Ohne Vernetzung ist die Börse nichts, denn Aktienkurse entstehen  durch Kontakte, durch Wetten auf die Zukunft, die ihre Quelle in Informationsaustausch haben, auch und gerade übers Handy.

Vielleicht etwas EBITDA-Marge weniger und das gewonnene Geld in den flächendeckenden (Daten-)Netzausbau und attraktive Tarife gesteckt und endlich den Paradigmenwechsel eingeläutet.

Noch ist es nicht zu spät.

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