Deutsche Kunden fürchten hohe Kosten für mobiles Internet

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Smartphones boomen, aber viele Käufer haben (berechtigte) Angst vor zu hohen Kosten. Die Mobilfunk-Anbieter weigern sich – mit wenigen Ausnahmen – die Preise für die ersten Versuche im mobilen Internet generell zu senken und verweisen ihre Kunden auf einen besonderen Tarifwechsel zu zusätzlichen Datenpaketen, deren Kosten und Nutzen Laien gar nicht einschätzen können.

Umfrage mobiles Internet 2010

TPH Umfrage mobiles Internet

So könnte der Tenor einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Innofact lauten, welche im Auftrag der großen Mobilfunk Ladenkette „The Phone House (TPH)“ durchgeführt wurde. Befragt wurden 1041 Handy-Besitzer im Alter von 14 bis 65 Jahren.

61,7 Prozent der Befragten, die vorher das mobile Internet nicht genutzt haben, kreuzten an, dass ihnen das mobile Surfen zu teuer sei und sie deswegen nicht von unterwegs online gehen möchten. Neben den zu hohen Kosten sehen 36,1% keinen Sinn in mobilen Anwendungen.  24,1 Prozent der Befragten besitzen schlicht kein passendes „internetfähiges“ Mobiltelefon.

Eine weitere Barriere für die Nutzung des mobilen Internets: Fehlende Kostentransparenz! 22,4 Prozent empfinden die Preisgestaltung als „unklar“ und halten sich daher mit dem Gebrauch mobiler Internetanwendungen zurück.

Jeder Zehnte Deutsche Handy-Besitzer (10,6 Prozent) findet die Nutzung des mobilen Internets als „zu kompliziert“. Mangelnde Sicherheit ist übrigens für die wenigsten Teilnehmer (9,1 Prozenzt) ein Hemmnis.

„Es besteht von unserer Seite bzgl. der Nutzung des mobilen Internets noch weiterer Aufklärungsbedarf“, betont Ralf-Peter Simon, Chef von The Phone House und verweist darauf, daß „der Kunde heute volle Kostenkontrolle beim Surfen von unterwegs“, hat. Das trifft aber nur auf Prepaid-Tarife oder aktuelle Datenpakete, die sich nur hinsichtlich der maximalen Geschwindigkeit ändern können, köstenmäßíg aber sicher limitiert sind.

Simon weiter: „Die mobilen Daten-Flatrates haben kostspielige Datentarife durch faire Preise und schnelle Verbindungen abgelöst.“ Da hat er dann recht, wenn man sich Discount-Angebote im Netz von E-Plus (etwa von Aldi, Blau oder Simyo) oder die Angebote im Netz von o2 (z.B. Original o2 oder Fonic, Tchibo etc. und die optionalen Datenpakete) anschaut.

Was ist aber in den Netzen von T-Mobile oder gar Vodafone? Einsteiger surfen bei T-Mobile nach Datenvolumen in älteren Tarifen zu 9 – 19 Euro pro MB oder können auf gefährliche Zeittarife zu 9 Cent pro Minute Onlinezeit umsteigen, müssen dann aber permanent darauf achten, ob das Handy die Verbindung sicher trennt, sonst ist das schöne Geld ganz schnell weg. Tagesflatrates gibts bei T-Mobile auf Prepaid-Basis zu Preisen zwischen 2,49 und 4,95 Euro pro Tag, dann aber meist mit einem Speedlimit, das verschmerzbar ist. Tagesflats bei Postpaid gibt es jedoch nicht, nur Datenpakete mit unverantwortlich hohen Taktungen.

Bei Vodafone wird es noch umständlicher. CallYa Kunden können entweder über einen  Proxy-Filter surfen, der nicht alle Dienste freigibt oder müssen sich umständlich über einen eigenen Zugangspunkt über eine Webseite für „Surfsessions“ anmelden. Wer im Vodafone-Netz „richtig“ surfen will, findet höchstens bei einigen wenig bekannten Discount-Marken wie Yukoono oder Absolut-Mobil Nischenangebote oder muß bei Original-Vodafone relativ teure Verträge abschließen.

Simon stellt richtig fest, daß „insgesamt ist die Entwicklung des mobilen Internets analog zu der des Internets am Heim-PCs zu sehen: Seitdem es Daten-Flatrates gibt, kann man bedenkenlos durch das Web surfen, ohne unkalkulierbare Rechnungen erwarten zu müssen. Darüber hinaus empfiehlt sich für die volle Nutzung aller Funktionen eines Smartphones oder auch Notebooks eine Daten-Flatrate für das mobile Surf-Vergnügen abzuschließen“, so Dr. Ralf-Peter Simon, Geschäftsführer von TPH in Deutschland, zu den Ergebnissen der Studie.

Sorglose Flatrates kosten bei den Originalnetzbetreibern rund 40 Euro im Monat, wenn man sich auf 2 Jahre bindet, bei einigen Discount-Anbietern geht es günstiger, wenn man das Kleingedruckte richtig verstanden hat und genau weiß, wann und wie man diese Verträge kündigungen muß, um spätere drastische Preiserhöhungen zu vermeiden. Sorgenfrei sieht anders aus.

Die großen Netzbetreiber sträuben sich, das Internet zu bezahlbaren Tarifen anzubieten, weil sie – teilweise zu Recht – eine komplette Netzüberlastung befürchten und der massive Netzausbau (neue Sender, dickere Verbindungen, mehr Vermittlungstechnik) kostet erst einmal viel Geld.  Der neue Trend heißt: „Mehr Geschwindigkeit kostet mehr.“ Das muß nichts schlechtes sein. Auf dem Handy reicht es, seine e-mails kurz checken zu können, größere Anhänge kann man später daheim angucken. Gute Internet-Anbieter haben spezielle mobile Webseiten, die auf schwächere Handys ausgelegt sind und schon mit GPRS-Tempo gut gelesen werden können. Wer seinen heimischen DSL-Anschluß durch Mobilfunk ersetzen will, sollte sich nicht mit Bastellösung aufhalten, sondern in einen „großen“ Vertrag investieren. Die integrierten Anbieter wie Telekom (T-Mobile) und Vodafone (Arcor) sollten einmal über kombinierte Datenpakete für Fest und Funk nachdenken.

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