Neuer Trend: Weg von 0180 ?

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Wie oft haben wir uns in Foren und Blogs über die Invasion von 0180-Hotlines aufgeregt? Die Pflicht, den Maximalpreis von 42 Cent/Minute aus dem Mobilfunk angeben zu müssen, zeigt auf einmal dramatische Wirkung.

0180-Call Logo Deutsche Telekom

0180 Logo Deutsche Telekom

Ein Beispiel von vielen: Die regionale Tageszeitung DIE RHEINPFALZ (in Ludwigshafen / Rheinland-Pfalz) hatte für Rückfragen zu Abonnements, Zustellungen und allgemeinen Fragen eine 01801-Rufnummer eingerichtet. Damit wollte man seinen Kunden die Chance geben, immer zum „Ortstarif“ anrufen zu können.
Doch längst hat sich die 0180-Tariflandschaft geändert und vom Handy waren und bleiben die 0180-Rufnummern teuer. Da die Tageszeitung in vielen Orten lokale Außenstellen hat, da viele Kunden heute mit Einheitstarifen ins Festnetz oder gar mit einer Flatrate telefonieren, wird seit kurzem als Kundenhotline eine „normale“ Festnetz-Rufnummer beworben, einer Rufnummer am Unternehmens Standort in Kaiserslautern.
Dank moderner TK-Anlagen können Kunden auch die bekannte Nummer der „Redaktionsgeschäftsstelle vor Ort“ anrufen und werden je nach Lastverteilung und Uhrzeit zum Call-Center weitergeleitet. Die 0180-Nummer will der Verlag noch übergangsweise mitlaufen lassen, bis alle Flugblätter, Broschüren, Infos, Visitenkarten auf die neuen Nummern umgestellt sind.

Das Beispiel ist kein Einzelfall. Immer mehr fragen Großkunden bei Telekommunikationsnetzbetreibern nach „normalen Festnetzrufnummern“, welche die gleichen Dienstmerkmale wie 0180-Rufnummern besitzen. Also last- und ursprungsabhängiges Routing der Anrufer zu verschiedenen Callcentern, nach Herkunft (von wo wird angerufen) oder Datum und Uhrzeit (Arbeitszeiten) abhängig. Das hat einige Anbieter überrascht, denn diese Funktionen haben sie nur unter der Vorwahl 0180 zu bieten. Auslöser ist – wie ein verantwortlicher Produktmanager, der nicht genannt werden will – mir verriet, sind die abschreckend hohen Kosten von 42 Cent pro Minute am Handy, die früher noch höher waren, nur da wußte es keiner.

0700 Rufnummern spielen bei vielen Anbietern gar keine Rolle mehr, man bekommt sie überwiegend nur noch von der Deutschen Telekom, wenn es um garantierte Erreichbarkeit aus allen Netzen weltweit geht, bei alternativen Anbietern gibt es Probleme mit der „Zuführung“ von Anrufen, speziell aus dem Ausland. 0700 Rufnummern sind auch deswegen weiterhin unpopulär, weil die Bundesnetzagentur keine Handhabe sieht, den Preis dorthin auf Festnetzniveau zu regulieren, was so ganz nebenbei die virtuellen nicht teilnehmerbezogenen Rufnummern (NTR) mit der Vorwahl 032 überflüssig hätte machen können. Am Ende wäre mehr Klarheit herausgekommen. Vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder.

Die in die Diskussion gebrachte 0180-0 Vorwahl, bei der Anrufe stellenweise kostenlos sein könnten (z.B. bis ein Mensch sich meldet), bei der aber auch eine Auszahlung der Anrufkosten an den Angerufenen „legal“ sein soll, eine Art „0900 light“ sozusagen, stößt in der Branche auf geteiltes Echo. Viele Anbieter scheuen den technischen Aufwand und den „Ärger“ mit erbosten Kunden, die ihre Rechnungen reklamieren.

Offenbar lassen sich wichtige Bereiche der Telekommunikation ohne eine klare und strikte Regulierung nicht in den Griff bekommen?

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Eine Antwort to “Neuer Trend: Weg von 0180 ?”

  1. Tweets that mention Neuer Trend: Weg von 0180 ? « Henning Gajek's Blog -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Henning Gajek, Jörg Abdinghoff. Jörg Abdinghoff said: RT @HRGajek: Neuer Trend: Weg von 0180 ?: http://wp.me/pSBRX-2K […]

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