Nochmal Flatrate: Politisch unkorrekt?

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Ich schrieb es ja schon: Was heute alles als „Flatrate“ angeboten wird, selbst wenn es keine Flatrate ist, reicht von „Flatrate trinken“ bis „Flatrate essen“ und hört beim Handy noch lange nicht auf. Der Begriff „Flatrate“ ist zum Fluch oder zum Unwort geworden.

Ich wiederhole mich: Der Begriff „Flatrate“ besagt, daß der Kunde für eine Dienstleistung oder ein Produkt einen festen Betrag X bezahlt und danach das bezahlte Produkt oder den Dienst so oft und so lange nutzen kann und darf, wie er will. Beim Radio oder Fernsehen beispielsweise zahlen wir den festen monatlichen GEZ-„Beitrag“ (oder sollten es tun), egal, ob wir Tag und Nacht vor dem TV abhängen oder nicht einmal ein Radio einschalten, um Nachrichten zu hören.

Flatrates sind kostenmäßig überschaubar, aber sie verführen zur hemmunglosen Nutzung. In der Bibel sorgte das hemmunglose Flatrate-Leben in Sodom und Gomorrha für die bekannte Katastrophe, der nur wenige „anständige Menschen“ entkommen durften. Frau Lot, die nochmal zurück blickte, erstarrte zur Salzsäule. Heute würde sie das auch, wenn sie eine Handy-Tariftabelle mitsamt der 150 Fußnoten erblicken sollte…

Wenn „Flatrate“ draufsteht, wird telefoniert, gegessen und getrunken, bis zum Abwinken. Viele Volksfeste enden im gemeinsamen Flatrate-Rauschtrinken, sicher nicht im Sinne des Erfinders.

Was also tun? Flatrates generell abschaffen und wieder durch einzeln abgerechnete Minuten ersetzen?
Oder Minutenpakete schnüren, die so „groß“ sind, daß „normale“ Kunden sie niemals erreichen können?

Vor allen Dingen eines: Klarheit und Wahrheit. Nur da „Flatrate“ draufschreiben wo dann auch wirklich eine drin ist und zwar möglichst ohne willkürliche Limitierung. Oder besser von einem Minuten- oder Mega-Byte Paket sprechen, daß sich für den angepeilten Kunden wie eine Flatrate auswirkt.

Ein frommer Wunsch?

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2 Antworten to “Nochmal Flatrate: Politisch unkorrekt?”

  1. Ingolf Says:

    In .at ist handytelefonieren spottbillig, aber es gibt dort keine richtigen Flatrates, sondern nur riesige Pakete, die sehr günstig, aber limitiert sind. Durchaus ein gangbarer Weg, weil ansonsten einige wenige die Poweruser mitfinanzieren müssen oder gar die Leute, die die Flatrate auf mehr oder weniger clevere Weise missbrauchen.

  2. Thomas Says:

    Henning,

    Mit Deiner Definition der Flatrate gibst Du leider nur dem eingedeutschten Affen Zucker.

    Eine „flat rate“ ist die Bezeichnung dafür, daß einzelne Einheiten, egal welcher Bestimmung sie gelten, zum gleichen (flat) Preis (rate) berechnet werden.

    Von endlos, hemmungslos und Ähnlichem ist da keine Rede.

    Bestes Beispiel wären die die Discounter simyo, blau, otelo etc. Welche für Gespräche eine „flat rate“ von 9c/min berechnen, egal in welches Netz.

    Die im Deutschen umgangssprachlich „Flatrate“ genannten Pakete sind im englischen Sprachgebrauch ganz bewußt als „unlimited“ bezeichnet, so gibt es keine Einschränkungen (ausgenommen FAPs – FairUsePolicy’s)

    Ich würde es gern sehen, wenn durch die korrekte Benutzung der richtigen Begrifflichkeiten auch wieder mehr Klarheit in der Nutzung herrschen würde – gern auch mit größeren Minutenpaketen, die den Nutzern als fast „unlimited“ erscheinen…

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