Eine Idee für ein InPhone Produkt

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Wir schreiben das Jahr 2003. In der Schweiz fällt den ersten Wettbewerbshütern und zahnlosen Regulierungsbehörden auf, dass eben dieser nicht spielt. Swisscom, Orange, Sunrise sind am Markt – aber die Preise wollen nicht runtergehen. Der absolute Wechselunwille der Kunden in Kombination mit dem Interesse, die extrem hohen Margen nicht zu beschneiden, sorgen dafür, dass sich nichts bewegt.


Der ehemals fünfte Anbieter in CH

InPhone


Also wird ein Entschluss gefällt: es sollen zwei neue Marktteilnehmer her. Die Entscheidung fällt auf Tele2 und InPhone. Tele2 ist für viele ausserhalb der Schweiz ein Begriff. Ein Konzern aus dem hohen Norden, der durch seine Werbung und leider auch durch seine Tarifangeln auffällt. In der Schweiz ist das Mobilfunknetz schon wieder Geschichte. Es wurde von Sunrise geschluckt – die günstigen Tarife sind darauf vom Markt genommen worden. Ähnliche Tarife gibt es bis heute nicht.

Der zweite Namen dürfte selbst TK-Interessierten Menschen so gut wie kein Begriff sein. InPhone hatte die Strategie, Campus GSM Lösungen anzubieten. Konkret wird auf einem Firmengelände ein engmaschiges GSM Netz aufgebaut, über das die Mitarbeiter telefonieren können, ausserhalb des Firmengeländes wird dann über ein Roamingabkommen die Erreichbarkeit sichergestellt.

Das hört sich nicht nach einem gigantischen Markt an, aber durchaus eine Interessante Lösung. Doch InPhone ist heute eher ein Briefkasten als ein Anbieter. Etwas Bewegung kam in die Sache, als InPhone Anfang 2010 ehemalige Tele2 Mobilfunkstandorte von Sunrise abkaufte. Anfang 2010 sollten dann, unter der bevorstehenden Fusion Sunrise-Orange, auch Privatkundenangebote kommen, die dann auf Ende 2010 verschoben wurden.

Heute ist es schwer zu glauben, von InPhone würde tatsächlich etwas kommen. Doch Ideen gäbe es durchaus. Deswegen hier ein ganz konkreter Vorschlag, für ein InPhone Privatkundenangebot:

Nachdem ich in einen alten Dorfkern umgezogen bin und in einem Reihenhaus wohne, habe ich hier vor Ort massive Empfangsprobleme mit dem Handy. Orange ist faktisch unbrauchbar, die Swisscom ist nur in Teilen zu gebrauchen, Sunrise hat halbwegs Glück, dass ihr Sendemast auf die Frontseite des Hauses strahlt und so nicht durch die Seitenhäuser muss.

Das ist im Prinzip das Paradebeispiel für eine Femtozellen Anlage. Statt eines DECT Netzes im Haus könnten mit ein oder zwei Stationen innert des Hauses ein kleines GSM/UMTS Netz aufgebaut werden. Das Ableiten des Signales der Mobilfunkstationen wäre sicherlich ein lösbares Problem, ist der DSL Ausbau in der Schweiz sehr gut und InPhone hat sogar ein Abkommen mit einem entsprechenden Infrastrukturbetreiber. Jetzt könnte folgende Kombination laufen:

Der Kunde schliesst bei  Sunrise seinen DSL und Telefon Vertrag ab. InPhone liefert entsprechende Femtostationen und baut sie, wenn Hilfe erforderlich ist, beim Kunden auf. Durch entsprechende Laufzeiten, könnte sichergestellt werden, dass die Kunden sich „rechnen“. Drittanbieter haben bei Telefonanschlüssen in der Schweiz im Regelfall 12 Monate Mindestvertragsdauer.

Werbung gäbe es für dieses Produkt auch: ich gehe jede Wette ein, dass Mobilfunkgegner gegen solche Lösungen „mobil“ machen würden. Dann wäre das Produkt plötzlich in der ganzen Schweiz bekannt. Sunrise wäre aus der Diskussion raus, da es ein InPhone Produkt ist, dass bekämpft würde.

Am Ende hätten dann interessierte Kunden eine gute Netzabdeckung zu Hause, eben auch dort, wo es ansonsten nicht ginge, und InPhone wäre im Privatkundenmarkt angekommen. Die Produktdifferenzierung zu anderen Marktspielern ist so weiterhin gegeben und es dürfte nicht zu befürchten sein, dass eine Margendiskussion aufkommt.

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Eine Antwort to “Eine Idee für ein InPhone Produkt”

  1. hrgajek Says:

    Hallo Roman,

    so ein Produkt würde auch in Deutschland gewaltig Sinn machen… 🙂

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