Komplizierte Tarife sind langweilig…

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Täglich treffen Pressemitteilungen zu alten und neuen Prepaid-Angeboten ein.

Heute eine aus Hamburg: Bestehende und zukünftige Kunden bei simVOICE können sich ab dem 1. September über Gratisminuten bei ihren Guthabenaufladungen freuen. Alle Nutzer des Ethno-Mobilfunktarifs bekommen zukünftig bei einer Aufladung von 10 Euro jeweils 60 Freiminuten gutgeschrieben. Werden 15 Euro aufgeladen, sind es 120 Gratisminuten, und bei einem Aufladebetrag von 30 Euro erhält der Kunde sogar 300 Minuten.

ABER: Diese Bonusminuten können für Telefonate von simVOICE zu simVOICE genutzt werden.

Alles klar?

simVOICE ein Ethno-Provider im E-Plus-Netz

simVOICE ein Ethno-Provider im E-Plus-Netz

Die nach der Aufladung erhaltenen Freiminuten haben eine Gültigkeit von jeweils 30 Tagen und können einmal pro 30 Tage in Anspruch genommen werden. Die Gutschrift erfolgt unmittelbar nach der Aufladung – per SMS erhalten die Kunden eine Benachrichtigung über die Höhe der gutgeschriebenen Gratisminuten.

Über die kostenlose Handy-Kurzwahl 1155 kann jederzeit sowohl der aktuelle Stand des Guthabens als auch der Stand der Gratisminuten abgefragt werden. Nach Verbrauch der Gratisminuten wird der Kunde per SMS informiert und telefoniert dann für die regulär günstigen 5 Cent pro Minute von simVOICE zu simVOICE.

Komplizierter gehts nicht mehr. Und langweiliger auch nicht. Ok, kaufmännisch ist das für den Anbieter ziemlich geschickt. Man holt sich mehr Kunden ins eigene Angebot, weil nur die anbieter-interne Telefonie günstig ist. Mit diesem Konzept haben große führende Netzanbieter wie T-Mobile oder Vodafone eine Weile Erfolg, weil da die mögliche Anzahl erreichbarer Gesprächspartner ausreichend groß ist. Bei den Discountern wäre noch Aldi-Talk zu nennen, wo diese Rechnung aufgeht, die Community soll angeblich über 3 Millionen Karten/Rufnummern umfassen. Genaue Zahlen sind geheimer als die russischen Atom-Codes.

Aber bei einem kleinen, für die große Masse nahezu unbekannten Anbieter? Für den Kunden wenig attraktiv.

Warum also nicht einen klaren Preis angeben und gut ist? Bringen wir Licht ins Dunkel: simVOICE ist ein Prepaid-Anbieter also ohne Vertragsbindung (was strenggenommen nicht stimmt, aber die Branche versteht unter „Vertrag“ einen Laufzeitvertrag, der meist 24 Monate erfüllt werden muß und das ist SimVOICE wirklich nicht), keinen Mindestumsatz (wenn man davon absieht, daß auch Prepaid-Karten eine endliche Haltbarkeit haben die zwischen 6 und 12 Monaten liegt (aber länger sein kann)

Innerdeutsche Verbindungen kosten einheitlich günstige 9 Cent pro Minute in alle Netze – das ist heute Standard.

SMS kosten immer nur 15 Cent – hm, geht auch für 9 Cent beim Mitbewerb.

Und dann die die Verbindungsgebühr von 19 Cent einmalig für jedes innerdeutsche und ins Ausland abgehende Gespräche. Haben andere nicht. Es geht auch ohne Verbindungsgebühr. Einziger Pluspunkt bei simVOICE sind teilweise sehr günstige Preise für Anrufe mit Ziel im Ausland. Da kann man schon ab 4,9 Cent pro Minute PLUS 19 Cent Verbindungsgebühr telefonieren, das kann sich bei längeren Verbindungen lohnen. D.h. eine Minute Verbindungszeit kostet ab 23,9 Cent, bei Fonic geht das schon für 9 Cent bei Simyo für 1 Cent.

Auch mobiles Surfen sei mit simVOICE „preiswert“ möglich: Pro Megabyte zahlen simVOICE-Nutzer nur 49 Cent pro MB. Wie? Für das gleiche Geld kann ich mir eine Karte im Netz von T-Mobile oder Vodafone holen (oft berechnen Anbieter wie Congstar (D1) oder Bildmobil (D2) sogar nur 35 Cent) und hoffen, daß ich dort besser mit Daten versorgt werde.

Mein ganz privates Fazit: So ist SimVOICE ist nicht sonderlich spannend.

Ach ja: Das simVOICE-Startpaket ist ein Produkt von blau Mobilfunk und dem Ethno-Spezialisten SIMxpress. Es ist in ausgewählten Call Shops und in RELAY-Shops an Bahnhöfen und Flughäfen für 9,90
Euro erhältlich. Jeder Neukunde erhält beim Startpaket-Kauf eine SIM-Karte inklusive 10 Euro Guthaben: 7,50 Euro Startguthaben sofort bei Aktivierung der SIM-Karte und weitere 2,50 Euro zusätzlich bei der ersten Guthaben-Aufladung.

Da würde ich mir gleich eine original BLAU.de Karte kaufen. Da sind die Verbindungspreise mit 9 Cent pro Minute und SMS deutlich günstiger. Spätestens bei der Erwähnung der Kurzwahl 1155 dürfte Ihnen
klar geworden sein: simVOICE und Blau funken übrigens im Netz von E-Plus.

Übrigens: Blau wird in diesen Tagen 5 Jahre alt. Blau ist etwas später als Simyo gestartet, aber
wesentlich präsenter und manche Blau-Werbekampagne könnte glatt von Simyo stammen. Meinen herzlichen Glückwunsch!

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4 Antworten to “Komplizierte Tarife sind langweilig…”

  1. Tweets that mention Komplizierte Tarife sind langweilig… « hrgajek.de – Henning Gajek's Blog -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Henning Gajek, Pete L. Pete L said: Komplizierte Tarife sind langweilig… « hrgajek.de – Henning … http://chilp.it/5f40fa #tarif #prepaid […]

  2. Jan Says:

    Ich bin der Meinung das solche Tarife nicht wirklich aushelfen, da man alle seine Freunde dafür akquierieren müsste, um einen nachhaltigen Vorteil für sich gewinnen zu können.
    Ich bin von einer Flatrate überzeugt, doch möchte jetzt nicht unnötig Werbung machen.

  3. Jessica Says:

    Ich bin der Meinung das solche Tarife nicht wirklich aushelfen, da man alle seine Freunde dafür akquierieren müsste, um einen nachhaltigen Vorteil für sich gewinnen zu können.

  4. Thorsten Says:

    Ein paar Elemente des Tarifs erinnern an Simyo Basic: Die Freiminuten und die günstigen Community-Tarife. Das ist überigens ein Punkt, wo Simyo mal wieder einfacher werden könnte: Simyo Basic und Einheitstarif zusammenlegen, dabei die Bonusminuten für alle einführen und die Taktung auf 60/1, den Preis auf 9/5 ändern. Simyo würde einfacher, spart sich den Wartungsaufwand für Basic-Altkunden, und wäre mal wieder im Gespräch. Dann fehlt natürlich als Sahnehäubchen noch mal eine Innovation im Datenbereich…

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