Neue Telekom-Tarife steigern Beratungsaufwand

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Die Telekom hat ihre Mobilfunktarife überarbeitet. Der ganz große Wurf eines einfachen verständlichen Baukastensystems oder ein verständlicher Kosten-Airbag wurde es nicht. Der grausame „Standardpreis“ von 29 Cent für Mehrminuten über den Inklusivleistungen wurde auch nicht angetastet.

Stattdessen wurden Pakete geschnürt, die für bestimmte Fans und Freaks durchaus interessant sein können, der normale Kunde steht eher ratlos vor den neuen Tarifen.

Mobiles Telefonieren besteht heute nicht mehr nur aus Sprache

Für Leute, die wenig telefonieren, sich um nichts kümmern wollen, ist der neue Call XS interessant. Für 4,95 Euro im Monat bekommt man einen Mobilfunkanschluß mit einer Flatrate am Wochenende zu Telekom D1 und zum Festnetz und darüberhinaus sind noch 30 Minuten in alle Netze mit drin. Würde man nur diese 30 Minuten nur in fremde Netze nutzen, wäre das ein rechnerischer Minutenpreis von 16,5 Cent. Von daher wäre eine Senkung des Standardpreises auf 19 Cent durchaus drin gewesen.

Sicher Prepaid ist günstiger, aber da schwebt immer das Damokles Schwert, ob die Karte ausgeknipst wird, weil der Kunde vergessen hat, „rechtzeitig“ nachzuladen. Freundliche Hinweise per Papierpost sind zu teuer, per e-mail nicht bei allen Anbietern Standard (werden sie gelesen?) und per SMS sieht man sie nur, wenn man sein Handy permanent eingeschaltet hat. Klar, Discounter können das günstiger, aber Klarmobil beispielweise wurde für seine Kontopflegegebühr „verprügelt“, weil sie es den Kunden nicht richtig kommunziert haben.
 
In der neuen „Call“-Linie, die sich in erster Linie an Sprach-Telefonierer richtet, fehlt ein Angebot mit einer Sprachflatrate in alle Netze. Wurde das vergessen oder scheiterte es wieder an den „Bedenkenträgern“, die Angst vor unkalkulierbaren Risiken haben? Es muß ja nicht unbedingt eine „echte“ Flatrate sein, ein Limit bei 2-3000 Minuten wäre in vielen Fällen ausreichend, wer wirklich mehr telefonieren will, müßte dann aber eine klare Ansage bekommen, wie hier mit den Mehrminuten verfahren werden soll.

Die Tariflinie „Call & Surf Mobil“ sagt schon im Namen, daß – wenn überhaupt – nur mit dem Handy gesurft werden soll. Für e-mails auf dem Handy, den heute obligatorischen Blick in die Social-Media-Szene von Twitter bis Faxebook, VZ oder Wer-kennt-wen ist das mehr als ausreichend. Warum aber diese Tarife aber nur „mit Handy“ angeboten werden, ist mir nicht ganz klar, keine Frage , es gibt diese Zielgruppe , aber Bestandskunden mit Handy erwarten etwas anderes.

„Complete Mobil“ erlaubt mittels „Multi-SIM“, das Surfen mit Laptop/Notebook oder gar dem heimischen PC, wenn eine Festnetzverbindung nicht verfügbar oder keine ausreichende Geschwindigkeit bringt. Das gabs zu Apple iPhone 1 und 2 Zeiten schon einmal, fiel aber seinerzeit den Kosten-Bedenkenträgern zum Opfer. Jetzt konnten sich die vernünftigeren Kräfte bei Telekom zum Glück durchsetzen.

Blackberry-Fans werden sich freuen, die Blackberry-Option ist jetzt bei den Daten-Paketen gleich kostenlos mit dabei, muß aber bei Bedarf kostenlos bestellt und freigeschaltet werden.

Das ultimative Paket ist der der Complete XL für knapp 90 Euro. Da ist dann alles drin, ein Mega-Datenpaket, legale Telefonie via VoIP (wer sich das unbedingt antun will) eine Sprach-Flatrate in alle Mobilfunknetze, eine Telekom-WLAN-Hotspot-Flat, die wohl nur innerhalb Deutschlands gilt (dann sollte man das auch klar und deutlich so sagen!) und ein Paket mit 120 Roaming Minuten innerhalb der EU, wobei noch unklar ist, ob der Eventpreis von 75 Cent pro Verbindung zu bezahlen ist oder ob das gar nichts weiter kostet. Die Smart-Traveller-Option lohnt sich nämlich nur, wenn man wenige und dafür richtig lange Roaming-Telefonate führt. Für kurze Verbindungen (und das ist die Regel) sind die EU-regulierten Preise viel interessanter.

Für Kunden, die es mit Tarifen nicht so haben, wird es komplizert. Für Funkfachhändler, die gut im Beraten sind, können goldene Zeiten anbrechen, die einschlägigen Foren sind voll mit Detailfragen, die vermutlich nicht einmal die Tarifarchitekten der Telekom im Moment klar beantworten können. War das so beabsichtigt?

So dürfen wir weiter von klar verständlichen Tarifen träumen.

Mein D1-Wunschtarif

Wie wärs denn damit:

  • Mindestvertragslaufzeit 1 Monat
  • Grundpaket mit SIM-Karte, Rufnummer, Mailbox, kostenlose Hotline, Wochenend-Flat zum Festnetz und zu D1 und 30 Minuten zu allen Zeiten in alle Netze: 5 Euro
  • Flatrate für Anrufe zum Festnetz 10 Euro Aufpreis
  • Flatrate für Anrufe zum D1-Netz 10 Euro Aufpreis
  • Flatrate für je fremdes Netz – je 10 Euro Aufpreis
  • Datenpaket nur vom Handy -ab 1 GB gebremst (inkl. Blackberry) – 10 Euro Aufpreis
  • Datenpaket auch Laptop – ab 5 GB gebremst (Handydatenpaket muß gebucht sein) – 10 Euro Aufpreis
  • SMS-Paket zu D1 (max. 1000 SMS/Monat) – 5 Euro
  • SMS-Paket fremde Netze (max. 1000 SMS/Monat) – 10 Euro
  • Alle Optionen monatlich buchbar
  • Preis pro Minute, die nicht in Paketen ist 15 Cent, pro SMS 15 Cent (alle Netze)
  • Preis pro Minute nach Europa-Fest/USA 19 cent, nach Europa Mobil 29 Cent
  • Preis pro Minute nach Außer-Europa maximal 99 Cent

Preis pro Minute zu Sonderrufnummern:

  • 0700 – Festnetzpreis
  • 0180x – Festnetzpreis plus 5 Cent/Minute

Dann würde ein Rundumsorglospaket – wie jetzt auch 90 Euro im Monat kosten.
Eine alle Netze Sprachflat gäbe es für 55 Euro.

Leute, die wenig reden, aber viel surfen, kämen schon für 15-25 Euro im Monat auf ihre Kosten (und hätten schon 30 Freiminuten)

Na ja. Vielleicht gibts das beim nächsten Mal.

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5 Antworten to “Neue Telekom-Tarife steigern Beratungsaufwand”

  1. Tweets that mention Neue Telekom-Tarife steigern Beratungsaufwand « hrgajek.de – Henning Gajek's Blog -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Henning Gajek, Pete L. Pete L said: Neue Telekom-Tarife steigern Beratungsaufwand « hrgajek.de … http://chilp.it/ee79bd #tarif #prepaid […]

  2. Jürgen Schiemang Says:

    Die Telekom hat den Schuß nicht gehört.

  3. stefsch Says:

    Der Titel hätte auch lauten können: Tarife die die Welt nicht braucht! Ich vermute 90% der Privatkunden würden mit einem Discounter-Prepaid-Tarif am besten (billigsten) fahren (telefonieren ;-)).
    Wenn dieser Anbieter noch eine optionale Festnetz-, Intern- und SMS-Flat anbietet sind die meisten schon überglücklich (Wobei ich kein Flat-Fan bin, weil der Kunde das gern allzu wörtlich nimmt und der Anbieter dann total unglücklich ist). Aber solange es noch Legionen von uninformierten Netzbetreiber-Vertrags-Kunden-„Opfer“ gibt, werden die Tarife mit Fußnoten in Romanumfang angeboten. Traurig ist auch, dass diese Tarifpolitik auch fast 20 Jahre nach Start der GSM-Netze nicht im Rückzug begriffen ist. Vielleicht müssen die Marketing-Strategen so ihre Lebensberechtigung nachweisen…..

    stefsch

  4. Steffie Says:

    Achtung Österreich: ;-)))

    mein Wunsch…
    TOTAL EXTREME EUROPE PLUS 3000 (TM)
    um 24,49 Euro wünsche ich mir für Weihnachten 2010:
    3000 EU+ Minuten (inklusive Türkei, China, USA und Indien)
    1000 SMS in EU+ (inklusive Türkei, China, USA und Indien)
    9 GB Daten Österreichweit
    1 GB Daten innerhalb der EU
    1000 Aktiv- und Passivroaming-Minuten (insgesamt) innerhalb der EU
    60/30 Takt
    1 KByte min. Data Incremental
    danach unlimited T-Mobile resp. Orange
    Add. Minute other networks: 0,10 cents

    die Realität:
    Extreme Europa (2000Ö&EU/1000SMS/3GB) um 24,50 Euro… nur in Österreich und zeitlich limitiert buchbar bis Mitte Jänner 2010. 😉

  5. Bernd Zimmer Says:

    Ihr wisst doch das die Preise bei den Netzbertreiber selber höher sein muss als die der Service oder Discount Provider? Das wird doch von der Regulierungsbehörde reguliert. Denn sonst würden ja die Service oder Discount Provider nix mehr verdienen und die Monopolstellungen beginnt wieder 😉 dann ist nur der noch Krieg zwischen den Monopolisten da 🙂

    Ich bin ehrlich die menge an Service und Discount Providern braucht man nicht wirklich. Es ist einfach zuviele die den gleiche Dienstleistungen anbieten. Und es ist irgendwo langweilig oder nicht?

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