Endlich: Passables Datenangebot bei Congstar

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Derzeit ist wieder Leben in der nur scheinbar verkrusteten Mobilfunk-Tarifwelt eingezogen: Der „Kostenairbag“ erfunden von o2 – bei Prepaid eingeführt durch Lidl (powered by Fonic), dicht gefolgt von den Discount-Pionieren Simyo und Blau. Und heute meldet sich der Telekom eigene Discounter Congstar mit einem nicht ganz uninteressanten Angebot zurück.

Congstar die Discount-Tochter der Telekom

Logo von Congstar

Das neue Angebot von Congstar ist trotz einiger Schwächen nicht uninteressant:

Ein Handy-Tarif mit 9 Cent pro Minute und pro SMS in alle Netze und einem Datenpaket inklusive, das nach Überschreiten eines Limits gedrosselt wird, aber keinen Kostenschock auslöst. Wenn 200 MB im Monat mit bis zu 3,6 MB/s Downloadgeschwindigkeit ausreichen – sofern das eigene Handy oder der eigene USB-Stick und der nächste „Node B“ (UMTS-Basisstation) das auch schaffen , kostet der Spaß 9,99 Euro im Monat. Wenns monatlich 1 GB sein sollen, sind es 14,99 Euro.

Sicher, andere bieten für knapp einen 10er schon 500 oder 1000 MB an Daten an, aber nicht im „D1“-Netz von Telekom Mobilfunk (bisher als T-Mobile) bekannt.

Und das macht das Angebot durchaus reizvoll. Als Kröte muß man dazu einen Laufzeitvertrag mit 24 Monaten schlucken. Nun: Wer mit seinem Netz wirklich zufrieden ist, hat da kein Problem. Wer aber auf maximale Flexibilität aus und sich alle Optionen offen halten will, mag das natürlich anders sehen.

„Lieferbar“ werden die neuen (zusätzlichen) Tarife ab dem 4.11.2010 sein. Congstar Bestandskunden können leider (noch) nicht in die neuen Tarife wechseln, aber eine neue Karte (neuer Vertrag) oder eine Rufnummernportierung von einem andern Anbieter ist kein Problem.

Wer noch kein Handy hat, kann sich bei Congstar eins kaufen, für 5 bis 10 Euro monatlichen Aufpreis wird es „finanziert“, sofern man nicht schon ein Smartphone aus der Familie oder dem Freundeskreis „geerbt“ oder für kleines Geld am Stück erworben hat, die Chancen stehen dafür inzwischen recht gut.

Interessante Zahlen präsentierte Congstar CEO Dr. Alexander Lautz: Die Mehrzahl der Kunden kauft Mobilfunk weiterhin im Laden, weil man sich beraten lassen will und vor dem Kauf viele Fragen hat. Die Kooperation mit der Shop-Kette Gravis ist da nicht ganz uninteressant, denn diese Läden sind auf die Nobelmarke „Apple“ und auf Beratung spezialisiert. Wer dort hingeht, nimmt lange Wege in Kauf (es gibt bundesweit derzeit nur 28 Läden) und hat viele Fragen.

Der neue Congstar Tarif ist deswegen auch für das iPad von Apple und  – sofern es bei Gravis lieferbar sein wird, sonst halt aus dem „europäischen Markt“ – das offene Apple iPhone konzipiert, Mini und Micro-SIM-Karten sind verfügbar.

Wer mit Apple nix am Hut hat, geht zum Drogerie- oder Lebensmittelmarkt und findet auf den Tüten schon die künftige Rufnummer aufgedruckt (was andere Anbieter bis heute nicht schaffen) oder man portiert eine bestehende Rufnummer dort hinein.

Da ist es eigentlich nur schade, daß Congstar keine Blackberry-Option bieten kann, vermutlich dürfte es den zuständigen Leuten beim Mutterkonzern hier etwas unheimlich geworden sein, denn Congstar soll ja eigentlich neue Kundenbereiche erschließen, denen „Telekom“ einfach zu teuer ist und nicht in der eigenen Kundschaft „wildern“.

Zu Wirtschaftszahlen mochte (und durfte) Congstar nichts konkretes sagen, immerhin wissen wir jetzt offiziell, daß die Kundenzahl weitüber 1 Million liegt. Wie „schwarz“ die Zahlen inzwischen sind, wurde nicht verraten, aber man leiste einen „wertvollen Beitrag zum Konzernergebnis“.

Der Online-Markt geht langsam in die Sättigung, jetzt kommen viele Kunden, die ein Smartphone „geerbt“ haben und die brauchen halt doch mehr Beratung, als sich das alle immer vorgestellt haben.

Wenige wissen, daß Congstar auch Festnetz (next generation) anbietet. Bei Congstar tüftelt man schon mit WLAN-Mobiltelefonen, die es ermöglichen, wenigstens im Umkreis des heimischen Routers auf dem Handy unter der Festnetznummer erreichbar zu sein. Denkbar wäre auch eine Anbindung via SIP-Protokoll, aber das ist im Moment noch zu umständlich zu konfigurieren.

Offen nimmt Dr. Lautz zu den Problemen im Kundenportal Stellung. Beim Umbau der Abrechnungsplattform kam es zu „Verzögerungen“ beim Rechnungsversand für Laufzeitvertragskunden und diese Probleme sind leider immer noch nicht ganz beseitigt. Damit die Kunden nicht alle Rechnungen der vergangenen Monate auf einen Schlag bekommen, wurde der Versand verzögert. Betroffen seien aber nur ein Teil der Laufzeitvertragskunden (Festnetz und Mobilfunk), bei Prepaid (Mobilfunk) kann man längst wieder im Online-Portal seine Gesprächs oder Verbrauchsdaten einsehen.

Eins muß klar sein: Beim Discounter wird jeder Cent dreimal umgedreht. Dort sind gewisse Service-Qualitäten ohne teure Logistik im Hintergrund nun mal nicht so einfach machbar. Das sollten sich Alle, die nach immer günstigeren Mobilfunktarifen schielen, endlich einmal klar machen. Sicher kann man alles „auslagern“, aber irgendwann ist eine Grenze überschritten.

Sei es wie es sei: Für echte Telekom D1 Fans mit schmalem Geldbeutel ist das neue Congstar Angebot ein gar nicht so uninteressantes Angebot.

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5 Antworten to “Endlich: Passables Datenangebot bei Congstar”

  1. Uli Says:

    Fehler in der Abrechnung werden von Congstar ignoriert, so meine Erfahrung, und deshalb bin ich bei allem, was mit Congstar zu tun hat, aeusserst skeptisch.

    Ich rufe von Congstar aus im Vodafone D2 Netz an, übertrage dabei nicht meine Rufnummer, der Angerufene hat seine Mailbox ausgeschaltet und sein Handy ist aus.

    Trotzdem berechnet mir Congstar nach jedem Telefonat die Kosten für eine Minute, wohl die Benachrichtigungs-SMS an den D2-Kunden.

    Laut Verbraucherzentrale mache ich alles richtig, damit nichts berechnet wird – wofür denn auch?
    – Telefonat kommt nicht zustande,
    – ich übertrage meine Rufnummer nicht – (Benachrichtigungs SMS – „…ein anonymer Anrufer hat Sie angerufen“ ist sinnlos),

    Wieso kassiert Congstar hierfür Geld? Die Hotline konnte es mir nicht sagen.

  2. hrgajek Says:

    Hallo,

    um der Sache auf den Grund zu gehen, kannst du mal eine andere Prepaid-Karte testen? z.B. Original Xtra oder D2 CallYa oder E-Plus Discounter (Simyo, Blau, Aldi etc.) oder o2-Loop (Fonic, Lidl) ?

    Oder melde Dich mal direkt bei mir unter presse (at) hrgajek . de

  3. Uli Says:

    Mit einer Xtra-Card fallen auch Gebühren an wegen dieser (in diesem Fall nicht verschickten) SMS-Benachrichtigung.

    Eigentlich sollte das zumindest im Vodafone-Netz (siehe http://www.teltarif.de/i/sms-info.html) nicht auftreten, deshalb habe ich auch Congstar dafür verantwortlich gemacht, und jetzt weiter nachgeforscht:

    Die Vodafone-Karte wurde über 1&1 geschaltet, vielleicht liegt es daran?

    Congstar bzw. dessen Hotline sagt dazu nur „…Wenn Sie Ihre Rufnummer unterdrücken und einen Anruf tätigen, dann fallen ebenfalls Gebühren an. Viel Spaß beim Telefonieren mit congstar…“

  4. Telefonmonster Says:

    Na das hört sich ja nicht sehr professionell an.

  5. Fritz Says:

    Congstar hat weder eine Community- noch eine Festnetzflat, richtig?

    Frage: Wozu gibt es Congstar überhaupt, warum machen sie nerdings wieder gut Werbung wenn sie, „T“, den Discounter, so mein Eindruck, eigentlich gar nicht wollen?

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