Mehr als ein Spielzeug: Das Playbook von Blackberry

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Wenn man den Glaskugel-Lesern des Marktes glauben darf, sind Tisch PCs so was von out. Auch die handlicheren Laptops oder Notebooks, (Net… soll man ja nicht sagen) seien out. Die Zukunft läge bei den Tablets. Ah ja.

Im folgenden will ich mir mal das Angebot von Research in Motion, kurz RIM, besser bekannt als „BlackBerry“ an schauen, das Playbook, das weit mehr als ein Spielzeug ist.

Mehr als ein Spielzeug: BlackBerry Playbook

Das Playbook von BlackBerry (Foto: RIM)

Das Auspacken eines Handys oder hier eines Tablets ist immer ein wenig wie Weihnachten. Nach dem ersten Einschalten des Playbook von RIM startet die Boot-Sequenz, die ein wenig dauert und von buntfarbigen Sechseckigen untermalt wird . Dann fragt es nach einer WLAN-Verbindung, um daraufhin 354 MB Update zu laden. Das verzögert den Spaß ein wenig, aber es zeigt, daß der Hersteller seine Produkte ernst nimmt und fortentwickelt.

Nach dem Update meldete mein Testbook  Version 1.03.3312.  [Uupdate: Kurz vor Erscheinen dieses Blogs gabs ein weiteres Update (92 MB) auf 1.08.4985]

Das 1 GHz Prozessor läuft flott, das Playbook reagiert in der Regel ruckelfrei. 16 GB Speicher hat das Playbook in der einfachsten Ausführung an Bord, eine Erweiterung durch Micro SD Karten oder andere Medien ist nicht vorgesehen, man kann aber auch eine Version mit 32 oder 64 GB kaufen, je nach persönlichem Geschmack und Geldbeutel. Die Preise für das RIM-Tablett lagen zunächst bei 400-600 Euro, scheinen aber in der letzten Zeit etwas nachgegeben zu haben, in den USA soll es die Startversion schon für etwa 200 US$ gegeben haben, was mit Steuern und allem Drum und Dran auf 200 Euro hinauslaufen könnte, den reinen Umrechungskurs darf man da nicht nehmen 🙂

Schließt man das Playbook mittels mitgeliefertem Micro-USB-Kabel an den PC an (Vorsicht, das Playbook hat zwei ähnlich scheinende Anschlußbuchsen, nur eine passt!) so entdeckt Windows XP ein CD Laufwerk mit einer Größe von 48 MB. Darauf ist eine Setup-Datei zu finden. Wird sie gestartet. muß nach erfolgter Installation das Playbook kurz getrennt und wieder verbunden werden, worauf sich ein kleiner Samba-Server meldet und bekannt gibt, daß er soeben ein Laufwerk „Z:“ mit Namen „Playbook“ eingebunden hat.

Unter Windows 7 kann die Installation etwas kniffliger werden. Zwar entdeckt der Windows 7 PC ein neues Laufwerk, installiert auch eine Software, aber das Playbook meldete sich nicht. Hier ist es sinnvoll, den Desktop-Manager von Blackberry auf dem PC zu installieren (die Version 6.1 ist ein ziemliches Schlachtschiff, das Ressourcen und viel Startzeit braucht) und wenn das immer noch nicht klappt, gibt man dem Playbook bei angeschlossenem Zustand, den Befehl neu zu starten (Menü über den Ein-Aus-Schalter zu erreichen oder auf das Batteriesymbol klicken) und schwupp, die Verbindung wird hergestellt. Gut möglich, daß das aktuelle Update 4985 dieses Problem gelöst hat.

Hat die Installation geklappt, dann stehen auch am PC die 16 GB (32 oder 64 GB) minus den bereits gespeicherten Downloads zur Verfügung.

Beim ersten Start des Playbooks läuft ein Lernprogramm (Tutorial), das einem die grundlegende Bedienung erklärt. Die ist ziemlich einfach, wenn man das Geheimnis des schwarzen Rands beherzigt. Wischt man von „unten“ aus dem Randbereich nach oben, kann man laufende Anwendungen verkleinern und dann bei Bedarf zur nächsten laufenden Anwendung springen. Läuft keine Anwendung, kann man durch die Icons blättern, die sich über ein horizontales Menü von „Alle“, über „Favoriten“, „Medien“, „Spiele“ etc. auch vorsortieren lassen. Im „verkleinerten“ Modus hat das Programm ein kleines „X“, über das es abgeschaltet werden kann.  Zum Kapitel „BlackBerry“ Bridge komme ich noch.

Wischt man im Grundzustand vom oberen Rand, landet man im generellen Setup des Tablets, man könnte auch auf das Zahnrad oben rechts  klicken, um Einstellungen zu prüfen oder zu ändern.

Das Geheimnis der Brücke…

Will man das e-mail Programm, die Kontakte, Notizen oder den Kalender starten, fragt das Playbook nach einem Blackberry Mobiltelefon. Ist eins in der Nähe und kennen sich die beiden, loggt sich das Playbook auf dem BlackBerry Telefon via Bluetooth ein und macht e-mails, Kontakte oder  Kalender sichtbar – etwaige Änderungen werden auch gleich im Handy gespeichert. Nachrichten auf dem BlackBerry Manager, die über das Playbook verschickt werden, sind später auch auf dem Handy zu finden.

Sollte gerade kein WLAN zur Hand sein, kann man mittels „Bridge Browser“ am Tablett über die Funkverbindung des Mobiltelefons surfen. Das geht u.U. nicht ganz so flott, das ist vom verwendeten Mobilfunknetz und den Möglichkeiten des Telefons abhängig (kann es UMTS, HSPA und ist die passende Netzversorgung verfügbar?)

Bevor man seinen BlackBerry mit dem Playbook koppeln kann, muß auf dem Handheld ein Programm namens „BlackBerry Bridge“ installiert sein, das bekommt man in der BlackBerry Appworld oder falls die nicht installiert ist, auch auf der Homepage http://www.blackberry.com (unter Apps und Software nach „Bridge“ suchen)

Die „Heirat“ zwischen Tablet und Telefon kann über einen quadratischen QR-Code erfolgen, manuell geht es auch. Sind mehr als ein Handy mit dem Playbook gekoppelt, konnte es mit der bisherigen Version Probleme geben, Abhilfe schaffte eine Umbenennung des Playbooks unter den Einstellungen. Sind beide Geräte gekoppelt, wundert man sich, wieweit Bluetooth reichen kann, das Handy bleibt in der Tasche und Mails  lassen sich am Tablett lesen oder schreiben, Termine können gelesen, eingetragen oder gelöscht werden. Feine Sache.

Sollte das Playbook abhanden kommen, was ich keinem wünschen möchte, aber man weiß ja nie, sind wenigstens die  e-mails, Termine und Kontakte gerettet, weil in dem Moment, wo die Verbindung zum BlackBerry Telefon fehlt, diese Daten vom Playbook verschwunden sind.

Was auf dem Playbook bleibt, sind etwaige Fotos, die mit der eingebauten Kamera (zwei sind drin) gemacht wurden, oder Musik, die aus dem Internet heruntergeladen wurde, der  Musicstore von 7digital ist bereits vorinstalliert.

Der Videochat funktioniert nur zwischen Playbooks, die Wahrscheinlichkeit jemand zu treffen, ist somit recht gering.

Multimedial – mit kleinen Lücken…

Das Abspielen von Musik oder Filmen ist nur möglich, wenn diese physikalisch auf dem Playbook gespeichert oder z.B. via Youtube oder ähnlichen Seiten aus dem Internet abgerufen werden. Derzeit nicht möglich ist ein Abspielen von Medien-Dateien auf dem Playbook, die auf dem Handheld gespeichert sind, auch ein Datenaustausch (Überspielen) scheint nicht zu gehen. Vielleicht kommt sowas noch, auch eine DLNA/Home-Server Anbindung wäre vorstellbar und würde viele Nutzer interessieren.

Telefonieren kann man mit dem Playbook nicht, bekommt aber ankommende Anrufe auf dem Display signalisiert. Da es aber eine Applikation „Sprachnotizen“ gibt, mit beachtlicher Aufnahmequalität, müßte es meines Erachtens prinzipiell möglich sein, auch eine Telefonier-Anwendung für das Playbook zu entwickeln, die dann via Bluetooth über das Handheld Telefonverbindungen aufbauen könnte.

Ein Fazit:

Das Playbook ist eine praktische Ergänzung zum bereits vorhandenen BlackBerry Mobiltelefon. Eigentlich logisch,  denn auf die Dauer ist das Handheld Display doch ein wenig winzig und wenn man keine mechanische Tastatur hat, will man wenigstens ab und zu eine große Tastenfläche vor sich haben.

Wer ein standalone Tablet sucht, wird am Playbook im Moment wenig Freude haben, nicht immer ist eine WLAN / WiFi Versorgung vorhanden und e-mails gingen dann nur über das Web-Interface des Lieblings-e-mail-Anbieters, was je nachdem kein Vergnügen sein kann (die Seiten sind oft viel zu überfrachtet)

Ob RIM schon an einer erweiterten Variante mit eigenem Mail-Client und Mobilfunk-Teil (GSM/UMTS oder gar LTE) arbeitet, weiß ich (noch) nicht, die Info wird nachgeliefert, sobald sie vorliegt.

Ein  Preis von rund 400 Euro für das Playbook liegt in etwa auf dem Niveau des Android-Tabletts „Flyer“ von HTC, für die in den USA im Rahmen einer Promotion verlangten 200 US$ wird das Tablett sicher mehr Anhänger finden.

Wer die Möglichkeit hat, das Playbook im Laden auszuprobieren, sollte die Chance nutzen. Vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

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