Viel zu spät? – Rossmann-Mobil

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Die kommen aber reichlich spät, dachte ich, als ich vom Einstieg der Rossmann-Drogerien in das Mobilfunkgeschäft las.

Rossmann

Rossmann Mobile ist relativ spät (Screenshot Internet)

Dann aber folgte der Hinweis, daß Rossmann quasi das nahezu in Vergessenheit geratene Angebot der insolventen Schlecker Drogerie-Kette mit Namen „smobil“ übernommen und in Rossmann-Mobile umbenannt hat. Nun ja. Deren Tarife hat schon damals kaum einer verstanden, das Personal in den ehemaligen Schlecker Filialen wohl am wenigsten. Erschwerend kam seinerzeit noch hinzu, daß Schlecker zwei verschiedene Netze im Angebot hatte, nämlich Vodafone D2 (smobil) und Telefonica-o2 (Schlecker-Prepaid) natürlich mit separaten Aufladecodes, denn o2 Codes und smobil Codes sind nun mal zueinander nicht kompatibel.

Vielleicht war das sogar „nicht ungewollt“, indem man auf extra Einnahmen spekulierte, wenn ahnungslose Kunden einen „falschen“ Code kauften und dann enttäuscht wegwarfen, ein gutes Geschäft für den Netzbetreiber oder den Verkäufer der Codes. Nun: Schlecker hat es am Ende nichts genutzt.

Übrigens ganz am Rande: In Großbritannien soll man Auflade-Codes kaufen können, die in allen Netzen funktionieren, das ist kundenfreundlich!

Zurück zu Rosmann: Sie haben nun eine eigene Mobilfunkmarke. Schön.

Aber hätte es ein Regal mit den gängigen Angeboten von Congstar (Netz Telekom), Original Vodafone, Blau (Netz E-Plus) und Fonic (Netz o2) nicht auch getan?

Ok. Unterstellen wir einmal , daß sich alle Rossmann-Filialen nur in mit Vodafone bestens versorgtem Netz befinden, gilt das auch in weit verzweigten oder tiefliegenden Einkaufszentren und Shopping Malls?

Die Tarife von sm.. ähm Rossmann erinnern an die Community von Aldi, deren Aldi-Talk preislich derzeit unerreichbar bleibt, allerdings verwendet Aldi das Netz von E-Plus. Das ist gar nicht so schlecht, wie viele glauben, aber es gibt nun mal Ecken und Regionen, da sind die „Großen“ deutlich besser. Von daher war das Kalkül mit Vodafone zusammenzuarbeiten, durchaus nachvollziehbar.

Mein persönlicher Rat, wenn es denn Vodafone sein soll: Ich würde eine Original CallYa Karte kaufen oder mir eine schenken lassen. Der Smartphone Tarif mit 9,95 Euro für ein (200 MB) Datenpaket geht völlig in Ordnung, er funktioniert sogar mit einem BlackBerry Smartphone (OS 7 oder früher) wofür man bei allen Anbietern eine extra Freischaltung (gegen Aufpreis) bräuchte und es als Prepaid nirgends bekommt, außer bei Vodafone CallYa und da ist die BlackBerry-Option bereits im Preis enthalten. Ein BlackBerry Smartphone mit OS (4) 5,6 oder 7 gibt es zu günstigem Kurs neu oder gebraucht. Diese Geräte sind übrigens sehr datensparsam. Falls Sie auch einmal damit telefonieren möchten, zahlen Sie 9 Cent/Minute. Und falls Ihr Guthaben unter 10 Euro fällt, kann der nächste Monatbeitrag nicht mehr „automatisch nachgebucht“ werden, wenn Sie die Aufladeautomatik deaktiviert lassen. Telefonieren können Sie dann aber immer noch, bei Daten wird dann nach Verbrauch abgerechnet, bis das Guthaben alle ist.

Die „neuen“ Tarife von Rossmann selbst sind höchstens für Minigruppen wie Familien oder stabile Freundeskreise interessant, die möglichst günstig (ab 1 Cent/Minute) viel und oft miteinander telefonieren möchten. Dann könnte sich aber schnell eine Flatrate in alle Netze lohnen, bevor man sich auf komplizierte Tarifkonstruktionen und langes Nachdenken, ob der Gesprächspartner im gleichen Netz beim gleichen Anbieter ist, einläßt. Und als Zweit- oder Drittkarte für den Notfall (Funkloch, Netzausfall) sollte man sowieso einen Tarif nehmen, wo rein nach Verbrauch, aber ohne Minuten oder Datenpakete gerechnet wird.

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4 Antworten to “Viel zu spät? – Rossmann-Mobil”

  1. Chris Says:

    Dabei kann man im Rossmann sowieso an der Kasse alle möglichen Prepaidkarten und Aufladecodes kaufen…

  2. Bernd Zimmer Says:

    Frage mich ja ehhh was das ganze noch soll mit den ganzen Tarifen und Anbieter. Sind viel zu viel nach meiner Meinung.

    • John Says:

      Man kennt seine Kunden, kann diese mit speziellen Angeboten beglücken und vor allem: man verdient nicht nur die Provision für den Prepaid-Aufladung, sondern schneidet sich auch ein kleine Scheibe vom Minutenpreis jeder telefonierten Minute ab…

  3. Jan De'Rees Says:

    Zum Thema „Masse Prepaid-Anbieter“
    Es ist extrem einfach und von den Netzbetreibern mittlerweile perfekt unterstützt, einen eigenen Whitelabel-VSP zu bauen, die Marketingabteilungen (inklusive Designsklaven) nehmen jeden Kunden mit entsprechendem Volumen gerne an die Hand und bauen eine Kooperation auf. Auf einer Seite gibt es die Daten, die Kundenbindung und das Image, auf der anderen Seite ein paar weitere „aktive“ SIMs. Ein attraktives Geschäftsmodell, obgleich ich an einer ernstzunehmenden Kundenbasis zweifele.

    Zum Thema Callya:
    Dazu ist noch zu bemerken, daß VF in dem genannten Callya-Tarif auf 32kbit/s (marktüblich sind 64kbit/s) drosselt und somit das mobile Internet praktisch unnutzbar macht, selbst für einen ernstzunehmenden eMail-Abruf. Mit 64kbps lassen sich meine eMail-Maschinen noch vorzüglich bedienen, spätestens bei Anhängen über 30k ist im Falle einer 32k-Drosselung (und den aufgrund der schrecklich umgesetzten Drosselung häufigen Verbindungsabbrüchen) von einer positiven Nutzererfahrung nicht mehr zu reden.
    Quelle: Eigene Erfahrungen mit
    D1 (nach 64k)
    D2 (nach 64k und 32k im Vergleich)
    E1 (nach 64k)
    o2 (nach 32k)
    Endgerät : Nokia E7-00, IMAP4/SSL

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