Gratis Internet – und niemand will es?

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In Deutschland wäre das ein unmöglicher Zustand. Da gibt es etwas fast gratis – und keiner will es haben?

Ein weiter Weg seitdem - der Beginn der Rediffusion (cablecom.ch)

Ein weiter Weg seitdem – der Beginn der Rediffusion (cablecom.ch)


Es ist einige Jahre her, als im Kanton Sankt Gallen die „Rediffusion“ begann, Kabel durch die Schweiz zu ziehen. Einige Jahrzehnte später, existiert dieses Unternehmen noch heute und nennt sich mittlerweile „UPC Cablecom„. Aus der „Rediffusion“ ist mittlerweile ein Allround Anbieter geworden – er bietet alles an, vom analogen Fernsehen bis hin zum digitalen Internet oder Telefon.

Doch an der Cablecom haftet etwas: sie gilt als kundenunfreundlich. Dabei kann diese Firma tun, was sie mag, es kommt bei den Kunden nicht gut an. Was die wenigsten wissen, sie verschenkt sogar Internetanschlüsse.

In der Schweiz haben die meisten Wohnungen ähnlich wie Deutschland die Möglichkeit, einen Kabelanschluss zu nutzen. Oft ist es schon in den Mietzinsen enthalten, Hausbesitzer müssen rund 30 CHF im Monat bezahlen. Dafür gibt es ein analoges Grundangebot, welches ähnlich wie in Deutschland nur noch ein Rumpfangebot ist, ein digitales Grundangebot, für das es einen kostenlosen Decoder gibt und, was viele eben nicht wissen: auch einen Internetanschluss.

Und dieser ist gar nicht so schlecht. Er bietet 2 MBit/sec im Download und immerhin 200 kBit/sec im Upload. Die Aktivierung kostet einmalig 49 CHF, dafür gibt es dann das passende Kabelmodem inklusive.

Sicherlich ist das kein breitestes Breitband – aber es reicht. Die Deutsche Telekom reduziert beispielsweise Kunden des Call&Comfort via Funk Angebot auf 384 kBit/sec, sobald das Inklusivvolumen aufgebraucht ist – was mit etwas Youtube schon schnell erreicht ist. Im Vergleich ist dann der gratis Internetanschluss fast schon sportlich schnell.

Wer dann noch einen Telefonanschluss haben will, kann sich beispielsweise bei Peoplefone für 5 CHF im Monat eine VoIP Rufnummer zulegen. Am Ende hat der Kunde dann für 35 CHF im Monat digitales Fernsehen, einfaches Internet, was für Surfen absolut ausreichend ist und dazu noch ein Telefon.

Das ganze ist gnadenlos günstig. Ich frage mich aber, wieso nutzt es niemand? Was meinen Sie?

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2 Antworten to “Gratis Internet – und niemand will es?”

  1. Matthias M. Says:

    Ich habe in Berlin ebenso einen Kabelanschluss in der Wohnung. Der Anbieter TeleColumbus bekommt für das analoge Grundangebot 3€ pro Monat über die Miet-Nebenkosten. Für 14,95€ pro Monat habe ich einen Internetanschluss mit echten 16 Mbits im Download und 1 Mbits im Upload. Da dafür der Sperrfilter entfernt werden musste, sind nun auch über 400 Fernseh- und Radiosender gratis mit freigeschaltet. Die digitalen Sender, auch in HD, der öffentlich-rechtlichen sind sogar unverschlüsselt empfangbar. Und einen guten VoIP-Telefonanschluss gibts bei Sipgate ohne Grundgebühr.

    Im Vergleich dazu wirkt das schweizer Angebot dann doch nicht mehr so attraktiv.

  2. stefsch Says:

    Wahrscheinlich ist das Cablecomangebot nicht sexy genug und wird wohl auch nicht „aktiv“ beworben!? Vielleicht wird es auch nur als AlibiFeature benutzt, so nach dem Motto: „Internet ist schon mit drinn aber sie wollen doch nicht wirklich mit nur 2Mbit/s surfen, sie brauchen midestens 16Mbit/s!“ Und schon schließt Oma Pipenbrinck einen höheren Vertrag ab?
    Uns so werden dieses Angebot nur ein paar „wissende Freaks“ nutzen.
    Nee, im Ernst, als unwissender Norddeutscher bin ich gespannt was wirklich dahinter steckt……

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