Fusion zu o2-plus: Risiken und Nebenwirkungen?

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Das Thema Fusion von Telefonica-o2 mit E-Plus bewegt weiter die Gemüter der Kunden. Schauen wir uns die Aus- und Einwirkungen der Geschichte auf den Markt genauer an.


Was kommt auf den Einzelkunden bei E-Plus, o2 oder gar den anderen Anbietern zu?

Bestandskunden

Noch unklar ist, ob alle bisherigen Kunden aus dem Netz von E-Plus (BASE, etc.) also die sogenannten „Bestandskunden“ irgendwann ihre jetzige SIM-Karte (mit Kennung 262-03) gegen eine nagelneue
Karte mit Kennung 262-07 ausgetauscht bekommen.

Zunächst dürften SIM-Karten nur bei Defekten einer vorhandenen Karte gewechselt werden.

Klar ist auch, dass „Neu“kunden ab Datum X eine ganz neue Karte erhalten. Gleiches gilt für einen Größenwechsel von Mini-SIM zu Micro oder Nano-SIM (oder zurück) oder bei der Schaltung einer Multi-SIM (was es genau so im E-Plus-Netz bislang gab nicht gab, die E-Plus-Flexicard funktioniert(e) anders) ist eine neue Karte notwendig.

Drillisch virtuell? Was ändert sich hier?

Wenn Drillisch seinen virtuellen Provider startet, dürften Zug um Zug alle bisherigen Kunden im o2 Netz auf die virtuelle Plattform gehievt werden, was möglicherweise einen Austausch aller SIM-Karten bedeutet.

Aufgrund der aktuellen AGBs, wonach Drillisch-Kunden keinen Anspruch auf ein bestimmtes Mobilfunknetz haben, müssen bisherige Drillisch-Kunden im Vodafone (D2)-Netz ebenfalls damit rechnen, ebenfalls zu o2-virtuell portiert zu werden, sofern sie nicht klar Widerspruch anmelden und/oder Vodafone nicht seinerseits mit genauso attraktiven Preisen und Konditionen für Drillisch „vorbeugt“. Wenn Sie Kunde einer der unübersehbaren „Drillisch“ Marken sind und bei Ihnen aus heiterem Himmel eine neue SIM-Karte im Briefkasten liegt, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt, falls die Nutzung eines bestimmten Netzes z.B. wegen besserer Netzabdeckung oder Netzleistung gewünscht wird.

Nach dem Startschuß von Drillisch „virtuell“ werden hinter den Kulissen die Kunden „umgeklemmt“, sie sollten bis auf den Kartenaustausch davon möglichst nichts merken. Probleme könnte es bei der Erreichbarkeit aus internationalen Netzen geben, bis alle Welt Bescheid weiß, dass Drillisch jetzt (auch) ein (virtuelles) Netz betreibt und wie das zu erreichen ist. Das könnte beim Empfang und Versand von SMS-Kurznachrichten zu Verlusten wichtiger Textnachrichten führen, da mit allen Mobilfunknetzen dieser Welt neue Routings vereinbart werden müssen, sofern Telefonica-o2 hier nicht im Auftrag von Drillisch eine stabile „Umleitung“ einbauen kann, weil Drillisch bei o2 die notwendigen Systeme und Dienste gleich mitmietet (wofür einiges spräche).

Genau wie alle anderen Fragen der Fusion hängt der Start oder Nichtstart des virtuellen Drillisch-Netzes von der generellen Zustimmung der EU-Kommission zur gesamten Fusion ab.

Wie „reibungslos“ wird das alles laufen?

Informierte Kunden stellen viele Fragen. Wie lange laufen bestehende Verträge weiter?
Nicht nur ein Endverbraucher (Kunde) sondern auch der Vertragspartner (hier also E-Plus, o2 oder einer seiner Markenanbieter) können Verträge von sich aus kündigen oder nach rechtzeitiger Vorankündigung und Zustimmung des Kunden ändern.

Werden E-Plus, bzw. deren Service-Provider oder Rechtsnachfolger irgendwann aktiv an ihre Kunden herantreten und aus Sicht der neuen Inhaber allzu „attraktive“ Tarife von sich aus kündigen oder ändern wollen? Gerade dieser Punkt könnte bei sensiblen Kunden Reaktionen auslösen, bis hin zum unmittelbaren Wechsel zur unbeteiligten Konkurrenz.

Einen gewissen „Verlust“ werden die Strategen in München, Düsseldorf, Den Haag oder Madrid schon einkalkuliert haben, aber wie spürbar wird dieser Verlust am Ende sein?

Welche „Marken“ in den Netzen von E-Plus oder o2 werden nach der Fusion übrig bleiben, welche werden zusammen gelegt? Was passiert hier mit bestehenden Tarifen und Verträgen?

Eine der Auflagen sind „virtuelle“ Netzbetreiber. Ein solcher MVNO könnte Bestandskunden bisher vorhandener Anbieter als „Mitgift“ bekommen. Können die Endkunden so einfach „weiter verkauft“ werden oder müssen sie vorher gefragt werden? Können sie ablehnen und dann eine Portierung zum anderen Anbieter oder eine vorzeitige Kündigung eingeräumt bekommen, mit welchen Fristen?

Kundendaten aktuell halten!

Gerade bei Prepaidkarten nehmen es viele Anbieter und Kunden mit der Aktualität der Kundendaten nicht so genau. Das könnte sich als böser Boomerang erweisen, wenn der Mobilfunkanbieter seine Kunden nicht direkt erreichen kann, weil die Kundendaten fehlerhaft oder veraltet sind oder weil Karten in der Schublade schlummern, und dadurch vertraglich vereinbarte SMS-Nachrichten (schauen Sie einmal in Ihre AGBs!) oder Info-e-mails nicht gelesen werden oder gar nicht ankommen (Spam-Filter, Gerät zu lange aus?).

Im nächsten Teil mache ich mir Gedanken über sinnvolle(ere) Alternativen zur geplanten Fusion.

 

 

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