Rufnummerntreue? Wird nicht belohnt :-(

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Rufnummerntreue wird … nicht belohnt.

Wie lange schon haben sie Ihre Telefonnummer? wie oft wechseln Sie? Lohnt sich die Treue?

Legendäres Smartphone Nokia 9110i

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Es war einmal ein Mobilfunkkunde, der kaufte sich 1993 seinen ersten Mobilfunkvertrag. Der Service des Anbieters war ziemlich grausig, so kündigte er den Vertrag schriftlich fristgerecht. Seine schöne Rufnummer war futsch, denn die gesetzliche Vorgabe zur möglichen Rufnummernportierung kam erst viele Jahre später.

Also ging er im Mai 1995 in einen kleinen Handyladen, deren Inhaber er gut kannte und schloss einen der ersten „bezahlbaren“ Laufzeitverträge eines großen Netzanbieters ab. Er erhielt eine SIM-Karte und ging wieder heim. Nach zwei Stunden packte ihn die Neugier, denn seine Karte war noch nicht aktiv. Die kostenlos erreichbare Hotline verriet ihm vorab seine neue zunächst schwer merkbare Handynummer, eine Änderung wäre möglich gewesen, aber hätte etwas extra gekostet. Also blieb die Nummer.

Unser Kunde nutzte seinen Vertrag, wechselte irgendwann in einen besseren Tarif und freute sich, wenn von Zeit zu Zeit die Preise gesenkt wurden, denn seine Rechnung blieb entweder gleich oder stieg sogar, weil er es durch die Preissenkung öfters nutzte. Dann kam der Euro mit „neuen“ Tarifen und damit hätte sein Vertrag „teurer“ werden sollen. Er dachte kurz nach und wechselte er zu Prepaid, seine Nummer blieb.

Der Wechsel war möglich, weil beruflich bedingt neue Netze, neue Nummern und neue Verträge und Prepaidkarten dazu kamen. Seine „erste“ Nummer blieb aber aus „Nostalgie“ bestehen, dank einer kostenlosen internen Umleitung blieb sie auch erreichbar.

Schon von Anfang an hatte er seine Nummer ins Telefonbuch eintragen lassen. Nur wenige scheinen dort nachzuschauen. Zu Wahltagen gab es etwas Wahlwerbung, ab und zu wollte ein „Single“ ihn auf eine schlüpfrige Webseite lotsen und an Weihnachten kam noch die eine oder andere SMS von den Leuten, die ihre Telefonbücher nur selten auf Vordermann gebracht hatten.

Ab und zu fragte ihn sein Netzbetreiber, ob er seine Karte wieder aufladen wolle. Er tat es, nicht wirklich wissend, wie das Guthaben sinnvoll zu nutzen wäre. Jahre gingen ins Land. Nun jährte sich der 20. Geburtstag der Rufnummer. Wieder kam ein Papierbrief, er möge bis zum 26.10.2015 aufladen, andernfalls… Als er sein Handy einschaltete, kam auch die passende SMS dazu.

Kein Treuerabatt?

Der Kunde fährt Auto, seit vielen Jahren schadensfrei und freut sich über eine hohe Schadensfreiheitsklasse. Warum so fragt er sich, gibt es das nicht im Mobilfunk? Einen jährlich steigenden Rabatt für besonders langjährige und treue Kunden? Solche treuen Kunden sind loyal, zahlen brav ihre Rechnungen, weil sie zufrieden sind, von daher müßten sie dem Anbieter doch etwas „Wert“ sein.

Mitnichten. Geht man ins Internet, schaltet einen Verkaufskanal im Satellitenfernsehen ein oder geht in einen real existierenden Shop gibt es dort zackige Angebote, mit dem berühmten Handy für 1 Euro, aber nur bei Abschluß eines Neukundenvertrages. Die Tarifkonstruktionen sind abenteuerlich, ausreichend Minuten und Daten (je nach Geschmack für 10 Euro und darunter im Monat), sogar monatlich kündbar, aber oft mit eingebauter „Preiserhöhung nach 24 Monaten).

Und der Bestandskunde? „Verhungert“ in seinem Alttarif.

Was macht unser Beispielkunde? Er ist frustiert und entschliesst sich zur Rufnummernkonsolidierung, d.h. er prüft seine Bestände an Karten und Rufnummern und mistet aus. Eine Rund-SMS an verbliebene Kontakte:“ Diese Rufnummer ist ab sofort nicht mehr gültig, die neue Nummer lautet 01…“ , das Restguthaben reicht ziemlich genau dafür. eine Rufumleitung legt er zur Mailbox. Dort hat er einen Nur-Ansage-Text eingerichtet, der die aktuell gültige Rufnummer bekannt gibt, ein Service, den man selbst einrichten muß und der nach einer Abschaltung der Rufnummer nicht mehr funktioniert.

Sie rätseln, wer dieser Kunde sein könnte. Wird er seinem langjährigen Anbieter untreu? Nein, keine Panik. Er hat dort längst eine neue Nummer in einem sehr komfortablen Vertrag abgeschlossen. Er kann zum Pauschaltarif in ganz Europa kreuz und quer telefonieren, sein heimischer Festnetz-Anschluss gehört zum Tarifpaket dazu, wovon er wiederum kostenlos in alle deutschen Mobilnetze telefonieren kann. Also alles prima.

Unser Beispielkunde hat auch mitbekommen, dass die Firma E-Plus-Mobilfunk von Telefonica o2 übernommen wurde. Also hat er seine Karten-Bestände genau durchsucht und sich entschlossen, auch hier zu bereinigen. Sein langjähriger E-Plus Vertrag wurde gekündigt und wird im Sommer 2016 enden, der o2 Vertrag hingegen (noch aus VIAG Interkom Zeiten) bleibt „am Leben“.

Eine Handvoll Prepaid-Karten (in allen 3 Netzen) sind für Kleinanzeigen im Internet oder dem örtlichen Anzeigenblatt ganz hilfreich. Wenn es dort klingelt, weiß man, um was es geht. Bevorzugt werden Anbieter, die keine Vorgaben bezüglich einer Nachladung stellen.

So müssen sich die Anbieter täglich aufs Neue beweisen. Langjährige Treue scheint nicht mehr gefragt zu sein.

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7 Antworten to “Rufnummerntreue? Wird nicht belohnt :-(”

  1. iDet Says:

    Es sind doch nur Nummern 😉 Ich bin aber auch ein Rufnummerfetischist meine T-D1 Nummer ist von 1994 und war schon bei klarmobil, und o2. Nun funke ich wieder im Telekom-Netz und freue mich über meine alte Nummer!

  2. Telfer Says:

    Habe seit ~2000 eine schöne 0179er Nummer von VIAG Interkom erhalten. War damit auch mal 4 Jahre bei der Telekom, jetzt wieder zurück bei o2.
    Sofern nichts außergewöhnliches geschieht, möchte/werde ich diese Nummer auch behalten

  3. guckux Says:

    hihi, schöner Text Herr Gajek!

    meine Handynummer ist auch gut und gerne über 10 Jahre in meinem Besitz – und – mein PrePaid-Provider (simyo) wollte mir was gutes tun, als langjähriger Kunde wurde mir ein smartphone offeriert für €5 und ne „Pseudo-flat“ für 8 Euro oder so…
    Nunja, ich bin von dem Vertrag zurückgetreten, sie wollten mir eine neue Nummer „verkaufen“. Und das wollte ich nicht – übernehmen ging scheinbar nicht…

  4. Scrooge Says:

    Nun ja, das ist doch nicht nur im Telko-Bereich so, sondern auch bei Zeitschriften usw.

    Da „muss“ man jedes Jahr kündigen und sich (von der Ehefrau) werben lassen. Am Beispiel eines Nachrichtenmagazines bekommt man dann als „Neukunde“ eine Überweisung im Wert von fast des halben Jahresbezugspreises. Wenn die das Spiel so spielen wollen, warum auch nicht?

    Nur beim DSL-Anschluss bin ich irgendwie vorsichtig, der ist doch zu wichtig.

  5. Andreas Says:

    Ich habe immer noch meine D2-Nummer von vor 20 Jahren 🙂
    Und habe sie schon ein paarmal umgezogen bis ich bei edeka-mobil gelandet bin.
    Fürs Ausland habe ich in einem Motorola EX112 eine Aldi-Talk-Karte deren Nummer so gut wie niemand kennt. Das Schlaufon mit der D2-Karte bleibt dann in der Regel im Ausland ausgeschaltet.

  6. Don Celemen Says:

    Ich habe immerhin nach 10 Jahren o2 den dauerhaften Silber-Status! Was ich von den Vorteilen nutze? Vieles, z.B. … ähm … *grübel* … niedriegere Preise! Ach so, DAS wird gar nicht angeboten?! 😦

  7. Klaus Wegener Says:

    „Keine Panik. Der Kunde hat dort längst eine neue Nummer in einem sehr komfortablen Vertrag abgeschlossen.“

    –> Weshalb hat der Kunde denn nicht seine 20 Jahre alte Nostalgie-Nummer, die auf einer Prepaid-Karte ruht, in diesen neuen komfortablen Vertrag überführt? Da es sich doch um den selben Netzbetreiber handelt (wenn es sich um den von mir vermuteten Kunde handelt), kann der Prepaid-Tarif ganz leicht in jeden Postpaid-Tarif gewandelt werden. Und wenn es nicht der Mobilfunkanbieter sein sollte, von dem ich vermute dass er es ist, ist es dank Mobile Number Portability auch kein Problem mehr.

    Oder war die neue Nummer des neuen Vertrags so sehr viel „schöner“? Oder hat der Kunde „Angst“, dass es bald keine Grundgebühr-freien Prepaid-Tarife mehr geben wird, und lässt die alte Nostalgie-Nummer, die dank kostenloser netzinterner Rufumleitung weiterhin erreichbar sein wird, deshalb in dem alten Prepaid-Tarif „geparkt“, so lange es ihn noch geben wird?

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