Otto kauft Vodafone nicht – April – April

by

Ja , gestern gab es wieder einen April-Scherz. Ich hoffe, das Lesen hat Spaß gemacht. Hier die Auflösung und die Hintergründe.

Otto kauft Vodafone nicht

Die Otto Group (laut Wikipedia die Nummer 2 hinter Amazon) hat den Netzbetreiber Vodafone Deutschland nicht übernommen. Das wäre auch etwas schwierig, da die weltweit aktive Vodafone Group sehr eng miteinander verflochten ist und der deutsche Ableger alleine kaum (über)lebensfähig wäre. Dass ein Handelskonzern wie Otto eines Tages eine eigene SIM-Karte ins Programm nimmt, ausschließen würde ich das nicht.

Die Einstellung des eigenen Bezahldienstleisters Yapital stimmt allerdings. Yapital war ein beispielsweise bundesweit in allen REWE Märkten ausgerolltes Bezahlsystem: Nur keiner wusste es und somit nutzte es auch keiner und es war ziemlich umständlich.

Das CallYa CallNow Transfer System könnte man in der Tat zum Bezahlverfahren im Einzelhandel machen. Hier kann Vodafone (Prepaid) Guthaben zwischen Vodafone-Mobilfunkkunden ausgetauscht werden (z.B. wenn das Guthaben des besten Freundes/Freundin oder der Kinder nicht ausreicht). Zum Bezahlen im Laden ist es wohl weniger geeignet, da es nur wenige feste Bezahlungswerte gibt und pro Buchung 30 Cent an Kosten für den Geldversender anfallen.

In der Tat ist in vielen Verbrauchermärkten ein lausiger oder gar kein vernünftiger Handy-Empfang an den Kassen, somit wären massive Netzausbauinvestitionen notwendig oder man steigt auf „offline“ Verfahren, wie z.B. NFC um.

Telefónica liefert keinen Schinken/Rotwein Tarif nach Hause

Mit Lieferservices für Waren des täglichen Bedarfs experimentieren verschiedene Händler, z.B. die REWE-Gruppe, die allerdings im Moment nur in Ballungsgebieten damit an den Start geht, auf dem flachen Land wären die Fahrwege und damit die Kosten zu groß. Bei diesen Diensten spielt Mobilfunk eine wichtige Rolle, aber kein Mobilfunkanbieter ist derzeit in diesem Feld unter eigenem Namen aktiv.

Es gibt noch keinen „o2 Blue-Premium-All-Drin-J“ Tarif. Vino Tinto (spanisch für Rotwein) und Jamon de Serrano (spanisch: Schinken aus Serrano) bekommen Sie im Feinkostladen oder Lebensmittelmarkt an der Ecke mit guter Fachabteilung.

Deutsche Telekom startet keine Lebensmittellieferung aus der Cloud

Es stimmt: Die Deutsche Telekom betreibt ein Hochsicherheits-Cloud-Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg, das ist aber mit Servern und Technik vollgestellt, da bleibt kein Platz mehr für ein Warenlager mit Lebensmitteln. Die Tengelmann Handelsgruppe („Kaisers/Tengelmann“) hat von Minister Gabriel die streng reglementierte Erlaubnis erhalten, ihre restlichen Läden im Raum München, Berlin und Nordrhein-Westfalen an die EDEKA Gruppe weiterzugeben. Der Transport von Waren direkt durch Glasfaserleitungen ist im Moment noch pure Science Fiction, ähnlich wie das „Beamen“ von Raumschiff Enterprise noch nicht funktioniert. Und „flächendeckend“ ist das Glasfasernetz der Telekom derzeit noch nicht, darüber tobt ja im übrigen ein heftiger Streit zwischen den privaten Netzanbietern und der Telekom, ob mit Kupfer oder Glasfaser weiter gebaut werden soll.

Der Bezahlungsdienstleister Click and Buy der Telekom wird derzeit abgewickelt, weil es nicht zur „Kernkompetenz“ der Telekom gehöre. Viele Kunden sind verwirrt oder sauer, weil ihnen z.B. die einfache Bezahlung von iTunes-Inhalten oder ab Sommer das mobile Bezahlen mit NFC-SIM Karte auf dem Handy verwehrt wird und seitens der bekannten Kunden-Banken keine Alternative in Sicht ist.

Keine neuen EU-Roaming-Tarife

Die Tarifgrundlage „Entfernung zwischen den Gesprächsteilnehmern“ war zu analogen Zeiten Standard, heute haben viele Leute eine Flatrate und brauchen sich keine Gedanken mehr zu machen. Auch sprach/dialektgesteuerte Tarife wären gar nicht zu machen, wie sollte das Abrechnungssystem denn wissen, in welcher Sprache die Konversation geführt wird? Der Rechen- und Überwachungsaufwand stünde in keinem Verhältnis zu möglichen Einnahmen.

Neues iPhone kommt fix und fertig

Am Donnerstag (31.3.) ist bei mir ein brandneues iPhone SE eingetroffen, was ich mir ganz regulär im Rahmen einer Vertragsverlängerung gekauft habe. Sobald ich Zeit habe, werde ich mal kurz was dazu schreiben. Die Idee von Telefonen aus dem Baukasten hat es in der Tat schon gegeben, beispielsweise bei dem israelischen Startup Modu, geworden ist daraus leider nix.

Tarifinfos direkt auf die eSIM

Die fest ins Handy verbaute eSIM erlaubt es, kurzfristig per Software-Download seine SIM-Karte und damit das Netz und/oder Vertrag zu wechseln. Somit wäre eine Applikation denkbar, wo anhand von Tariftabellen im Extremfall mehrfach am Tag der Tarif gewechselt werden könnte, eine Art von Call-by-Call, was es bekanntlich nur im Festnetz derzeit gibt. Wie das mit der eSIM im Details aussehen könnte, wer mit wem Verträge abschließt, ist im Moment reine Zukunftsmusik, aber technisch wäre es machbar.

Kabel-Hinterwald.tv

Den Fernsehkabelanbieter Kabel-Hinterwald.tv gibt es nicht. Die hier vorgestellten Tarife sind aber gar nicht so weit hergeholt, denn speziell bei Kabel-TV-Internet-Festnetz-Anbietern hat sich die Unsitte eingeschlichen, am Anfang supergünstige Tarife zu berechnen und dann mitten drin die Preise mit oder ohne Ansage drastisch zu steigern. Der Kunde unterschreibt den günstigen Tarif und „verdrängt“ total, dass es später teurer wird. Wenn er es merkt, hat er nur die Wahl, zum Ende der Laufzeit (meist 2 Jahre nach Start) zu kündigen und zu hoffe, dass es einen alternativen Anbieter gibt, der diesen Unsinn nicht mitmacht. Kabel-Fernseh-Internet-Anbieter haben ein Quasi-Monopol, weil an einem Ort in der Regel immer nur ein Anbieter von Koaxkabel existiert, als Alternative bliebe nur ein TV über einen Internet-Anbieter, sofern es ausreichend schnelles Internet über Kupfer oder Glasfaser vor Ort gibt. (Gibts meistens nicht.) Dass Preise immer nur sinken, davon werden wir uns eines Tages wohl verabschieden müssen.

„GEZ“ beim Verfassungsgericht gescheitert?

Das Bundesverfassungsgericht hat zum Thema „GEZ“ (pardon Rundfunkbeitrag) noch gar nicht aktuell entschieden, das Bundesverwaltungsgericht fand die derzeitige Haushalts-Regelung erst kürzlich in Ordnung, der Streit dürfte in die nächste Runde gehen.

Die Geschichte hat mehrere Seiten, ich werde – wenn ich dazu komme – mal gesondert was drüber schreiben.

Advertisements

2 Antworten to “Otto kauft Vodafone nicht – April – April”

  1. Telfer Says:

    Lieber Herr Gajek,
    durch die (nicht vorhandene) Menge der anderen Artikel sticht dieser Aprilscherz natürlich heraus und war daher (zumindest für mich) zu offensichtlich.
    Ich würde mir zukünftig wieder ein paar mehr Artikel von unserem „Mobilfunk-Guru“ wünschen.
    Ist immer eine willkommene Zerstreuung im tristen Arbeitsalltag 🙂

    • hrgajek Says:

      Hallo,

      Danke für die Blumen 🙂 Da mein Blog derzeit nonprofit läuft, bleibt zu wenig Zeit dafür.
      Themen gibt’s genügend. Was würden Sie denn gerne lesen? 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: