Same procedure as every Quarter…

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Mit schöner Regelmäßigkeit legt E-Plus „Traumzahlen“ vor. Allen Bauchgefühlen zum Trotz.

Kunterbuntes Angebot im E-Plus-Netz

Kunterbuntes Angebot im E-Plus-Netz

Das Bauchgefühl sagt, daß E-Plus irgendwie langweilig geworden ist, weil die 11undachzigste neue SIM-Karte für die es Bonusguthaben, und was weiß ich gibt, kein „echtes“ Wachstum bedeutet, sondern nur einen bunten Verschiebebahnhof, weil Schnäppchenjäger laufend neue Rufnummern bestellen, dann leer telefonieren und wieder neu bestellen und so weiter.

Der neue BASE-Tarif verschenkt 30 Minuten und 30 SMS im Monat, aber offenbar nutzen die meisten BASE-Kunden ihren Vertrag doch weit darüber hinaus oder buchen weitere Optionen dazu und schon klingelt Geld in den Kassen. Die „Folgeminute“ kostet – ohne Option – 19 Cent (find ich ok), das MegaByte an Daten ohne Option kostet 1,99 Euro pro MB. Huch? Da lohnt sich ja ab 5 MB im Monat bereits die Flat zu 10 Euro. Und schon rechnet sich das wieder.

Also stieg im letzten Quartal der Serviceumsatz der E-Plus Gruppe um 2 Prozent auf 772 Millionen Euro und das EBITDA auf 345 Millionen Euro, was einer Marge von 43% entspricht, das sind 1,2% mehr als im letzten Quartal. Und das in einem an sich doch komplett übersättigten Markt?

Der monatliche Durchschnittumsatz pro Karte (ARPU) ist bei der E-Plus-Gruppe gegenüber dem Vor-Quartal von 14 auf 13 Euro im Monat gesunken (gerechnet über alle Karten), konkret bei Postpaid von 27 auf 26 Euro gesunken und bei Prepaid auf 6 Euro stabil geblieben.

Gestiegen ist der Datenumsatz von 27 auf 28%, darin sind allerdings auch SMS-Kurznachrichten enthalten.
19.590.000 aktivierte SIM-Karten im Netz von E-Plus gehören zu 6,815 Mio Stück Postpaid (Laufzeitvertrag mit monatlichen Kosten) (unverändert) und 12,775 Mio Prepaid-Kunden, die bei den unzählbaren Discountern (Aldi, Blau, Simyo etc.) und den E-Plus Prepaid-Tarifen (Free&Easy, Base-Prepaid) eingebucht sind.

E-Plus spürt den Zuwachs an Nachfrage bei Datendiensten und Smartphones und verspricht weiter den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Datennetzes in 2010 und darüber hinaus. Doch konkrete Aussagen, wann und wo welche Sender und Netzabschnitte mit welchen technischen Daten in Betrieb gehen, verkündet E-Plus nicht. Man ist also auf subjektive Berichte von Anwendern im Netz angewiesen. Das ist kommunikationstechnisch ungeschickt oder… der „Ausbau“ kommt doch nicht so flott voran, wie man das gerne möchte, weil die Kostenrechner der Mutter KPN in Den Haag oder Amsterdam jeden Euro für Netzausbau fünfmal herumdrehen? Da sind wir auf Spekulationen angewiesen.

Baden wir noch ein wenig in Zahlen: Der Gesamtumsatz inklusive Endgeräteverkäufe und sonstiger Erträge lag im zweiten Quartal bei 803 Millionen Euro. Die Umsätze aus Mobilfunkdienstleistungen legten im Vergleich zum Vorjahreswert um gute 2 Prozent auf 772 Millionen Euro zu. Verantwortlich dafür ist die anhaltend hohe Kundennachfrage bei den verschiedenen Marken des Unternehmens, sagt E-Plus. 28 Prozent der durchschnittlichen Kundenumsätze entstehen aktuell abseits der Telefonie. Sieh da.

Und diese Traumzahlen schafft E-Plus trotz erhöhter Aktivitäten insbesondere zur Vermarktung von „Mein BASE“-Tarife.  Die EBITDA-Marge von 43 Prozent stellt laut E-Plus einen führenden Wert im deutschen Mobilfunk dar.

Also dürfen wir nicht mehr meckern, denn die Zahlen scheinen ihnen ja Recht zu geben. Seitdem ich von meiner Simyo-Karte im E-Plus-Netz nichts mehr erwarte und mich einfach freue, wenn es funktioniert, lebe ich streßfreier. Die neue Message lautet offenbar mit mehr als einer Karte in der Tasche herumzulaufen. Ok, wenn es denn so sein soll? Ich brauche die Simyo-Karte an sich nicht, aber die 6 Euro Monatsumsatz erreiche ich leicht. Mal ein Test hier, ein Anruf dort und bei 9 Cent/Minute habe ich sämtliche Sicherungen ausschalten können. Keine Angst, ich telefoniere weiter in allen vier Netzen, rein schon aus Neugier 🙂

Datenangebote auf Basis des Netzausbaus gelten als Treiber für weiteres Wachstum, sagt E-Plus. Bei der Frequenzauktion Ende Mai konnte sich die E-Plus Gruppe wertvolle Frequenzen zum Schnäppchen-Preis sichern, denn bei der „digitalen Dividende“, dem Ausbau der weißen Flecken macht E-Plus bewußt nicht mit. Spart einiges an Geld. Wann LTE bei E-Plus kommen wird, weiß man nicht, denn „zugleich können künftige Netzstandards wie LTE bei entstehender Kundennachfrage jederzeit eingesetzt werden.“ soll heißen, vorerst mal nicht, die Mehrheit der E-Plus-Kundschaft telefoniert und sms-t wohl lieber noch und entdeckt Daten erst ganz vorsichtig, da reichen GPRS mit EDGE und ein wenig UMTS mit einer Prise HSPA.

Thorsten Dirks, der CEO der E-Plus Gruppe will auch in der zweiten Jahreshälfte „weiter wachsen“, mit Flatrate- und Discount-Angeboten, neben den gewohnt günstigen Sprachtarifen sollen künftig verstärkt preiswerte Datenangebote und attraktive Smartphones angreifen.

Dazu kündigt E-Plus eine „Netzoffensive“ an: 2010 und 2011 sollen die Aktivitäten gegenüber den Vorjahren mehr als verdoppeln und das Datennetz spürbar beschleunigen und insgesamt gestärkt werden. Seit einigen Wochen kämen in mehreren Regionen sukzessive Basisstationen mit dem Datenbeschleuniger HSPA+ zum Einsatz, wo genau, verrät E-Plus wie gesagt jedoch nicht.

Zum 30. Juni 2010 zählte das Unternehmen 19,6 Millionen geschalteter SIM-Karten, pardon „Kunden“. In den vergangenen zwölf Monaten hat die E-Plus Gruppe rund 1,4 Millionen zusätzliche Nutzer für die eigenen Marken und über Kooperationspartner hinzugewonnen – davon 300.000 davon im abgelaufenen 2. Quartal. Das Konzept scheint zu funktionieren.

Die E-Plus Gruppe liefert auch gleich den Versuch einer Erklärung mit: „Ein Grund für den anhaltenden Zuspruch der Verbraucher ist das Selbstverständnis der Marken des Unternehmens im Umgang mit ihren Kunden. Diese werden vermehrt in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen, so dass nur solche Produkte und Angebote in die Vermarktung gelangen, die einen echten Mehrwert bieten und so auf signifikante Nachfrage stoßen. Auf diesem Weg erreichen Marken wie BASE und simyo in ihren Segmenten die höchsten Weiterempfehlungsquoten und Kundenzufriedenheitswerte im Markt.“

Stimmt irgendwie: E-Plus ist verstärkt in der Web 2.0 Welt unterwegs und hat neulich sogar einige ausgewählte Kunden zu einem „Mein Base“-Forum eingeladen, um neue Ideen aufzusammeln und vielleicht auch umzusetzen. Das ist nicht neu, aber sehr löblich. Gerade die großen Supertanker Telekom/T-Mobile und Vodafone könnten hier noch einiges lernen.

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