Erste Eindrücke vom Nokia N8

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Die Einladung war sehr konspirativ. Kommen Sie nach Mannheim und unweit des Hauptbahnhofes wird in einer Seitenstraße ein umgebauter UPS-Paket-Wagen stehen …

Nokia N8 Promotion Bus

Neulich in Mannheim, ein unauffälliges Paketauto...

…mit der Aufschrift „Nokia“. Der Termin war am frühen Abend, es wurde langssam dämmrig. Ja da stand er, der Wagen und man hörte das leise Schnurren eines Notstromaggregates, die Tür war offen und im Innenraum, wo bis vor kurzem noch Unmengen von Paketen auf Regalen darauf warteten, fast 700.000 km zu ihrem Ziel kutschiert zu werden, in diesem Innenraum war die Wand mit einer weiß gestrichenen Mauerwerktapete ausgekleidet, den Raum beherrschte ein großer Flachbildschirm an der Wand und eine uralte Wohnzimmerkommode wohl aus den 1950er Jahren mit etwas High-End HiFi-Equipment darin und einem Subwoofer in der Ecke.

Nokia Produktmanager begrüßten die wenigen konspirativ eingeweihten Gäste und drücken das Objekt der allgemeinen Begierde in die Hand, das Nokia N8.

Ja ich kann bestätigten: Das Nokia N8 existiert und es funktioniert. Und wer nur sehr flüchtig hinschaut, fühlt sich an einen iPod oder ein IPhone erinnert, wenn aus der Mediendatenbank in vom iPhone bekannten Gesten durch das Angebot „gewischt“ wird.

Doch dann kommen die entscheidenden Unterschiede zum iPhone. Das Nokia N8 hat einen HDMI-Anschluß! Wer Lust hat – und die bekommt man unweigerlich – kann sich mitgebrachte Videos oder Klangdateien über eine edle Stereoanlage anschauen und anhören natürlich im passenden Dolby 5.1 Surround-Sound, sofern die Bild oder Klangquelle das hergibt.

HDMI am iPhone? Wäre mir nichts bekannt.  Wie man auf dem Bild sieht liegt dem Nokia ein Adapater von Mini-HDMI auf Standard-HDMI gleich bei.

Dann schließt der Referent einen ganz normalen USB-Stick an seinem Handy an. Dort hat er noch weitere Dateien drauf. Statt des USB-Sticks könnte es auch eine USB-Festplatte sein. Das Adapterkabel von Micro-USB (am Handy) auf Standard USB ist mit dabei. Ein echter USB-Anschluß am iPhone? Nicht wirklich.

Und schließlich die Krönung: Mittels einer handelsüblichen Bluetooth-PC-Maus läßt sich der Cursor am Handy steuern. Ziemlich abgefahren. Vermutlich geht auch eine Bluetooth-Tastatur, denn das Nokia N8 hat außer einer virtuellen Touch-Tastatur keine echte Hardware-Tastatur, die ist dem noch dieses Jahr erwarteten E7 vorbehalten.

Ob das N8 nun noch im September oder doch erst im Oktober ausgeliefert wird, die paar Tage werden wir uns auch noch gedulden. Da draußen warten Unmengen von Nokia-Jüngern, die schon die Stunden zählen und den Tag kaum noch erwarten können, bis sie das Gerät endlich in den Händen halten. Und die ersten Geräte mögen sicher noch das eine oder andere Wehwehchen haben, das ist ganz normal, dafür gibts ja Updates. Beim ersten Test habe ich jedenfalls keine gefunden. Und ich glaube dem Referenten, der das Handy bereits seit einem frühen Stadium im beruflichen und privaten Alltag intensiv benutzt, „Ich habe nur 1 Handynummer und komme damit klar“ also muß das Gerät schon gewisse Qualiäten haben. Nokia ist nicht das Autohaus, wo mir der Verkäufer einen edel aussehenden Billigheimer verkaufen will, aber privat eine edle Nobelkarosse einer ganz anderen Marke fährt.

Das Nokia N8 gibts auf Wunsch in trendigen Farben..

Also der erste Eindruck sagt mir, daß das Nokia N8 ein wirklich interessantes Multi-Media-Telefon werden wird. Sicher: Rund 500 Euro für ein Handy sind auch Geld (was kostet ein „freies“ iPhone?), aber der wahre Fan gibt das gerne aus oder unterschreibt irgend einen Schubladenvertrag mit grusligen Minuten- und Datenpreisen, womit die Mobilfunker ihm das Handy „auf Raten“ anbieten werden, das kennen wir ja schon zur Genüge. (Es gibt auch Anbieter, die Handys ohne Nebenwirkungen auf Raten verkaufen, das nur so ganz nebenbei.)

Wer sein Handy beruflich nutzt und viel texten muß, wird vielleicht noch auf das E7 warten, das laienhaft gesagt, einfach die N8-Maschine mit integrierter Tastatur sein wird, aber er kann sich bis dahin das N8 schon mal genau anschauen und vielleicht sogar anfreunden.

Die Farben blau und kupferrot sehen sehr schick aus, wem das zu „bunt“ ist, wird vielleicht silber oder lieber schwarz wählen?

Und gar nichts zu kritisieren? Doch. Das Gehäuse ist verschraubt, kann aber vom Kunden mit passendem Werkzeug (was nicht mitgeliefert wird) geöffnet werden, um den Akku zu wechseln. Die SIM- und die SD-Speicher-Karte haben ihren eigenen Schacht, dafür braucht es keinen Schraubenzieher und mindestens die SIM wird nach dem ersten Einlegen in der Regel „ewig“ drin bleiben.

Und unter der Haube? Symbian ^3 ist eine Weiterentwicklung der Serie 60. Es wurde gründlich aufgeräumt aber doch nicht zu stark, damit man sich noch zurecht findet. Klar: iPhone Fans werden wegen dem N8 nicht gleich ihr teures Edel-Handy wegwerfen, aber man sollte nicht die Zielgruppe unterschätzen die weder Apple’s schrullige Eigenarten noch die mögliche Datensammelwut bei Googles Android mögen, liebe Analysten.

Eins ist beim Nokia N8 und jedem anderen Smartphone viel wichtiger: Den richtigen Sprach- und vor allen den passenden Datentarif für dieses Wunderwerk zu wählen! Wer sich heute noch einbildet, den Verbindungsaufbau via GPRS/EDPE oder UMTS/HSPA am Handy „100% verhindern“ zu können und sich darauf versteift, möglichst nur via „kostenlosem“ WLAN surfen zu wollen, ist in meinen Augen ein weltfremder Träumer. Es gibt inzwischen bezahlbare Datentarife, leider oft in Netzen, die technisch und kapazitiv noch gewaltigen Nachholbedarf haben oder man gönnt sich halt einen richtigen Datentarif in einem etwas teureren Netz und verzichtet dann auf diverse Zweit/Dritt Viertkarten in anderen Netzen, was sich unterm Strich auch „rechnen“ könnte, das hängt sicher vom persönlichen Geschmack und Geldbeutel ab. Supergünstige Datentarife in wackligen Netzen machen auf die Dauer auch keinen Spaß.

Aber mit dem Nokia N8 wird man Spaß haben, ganz bestimmt 🙂

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3 Antworten to “Erste Eindrücke vom Nokia N8”

  1. Tobias Says:

    Hallo Henning,

    zur Info:
    Beim IPhone reicht 1 „Wisch“ und es kommuniziert Daten nur noch über WLAN.
    Ich bin mit meinem deutschen Telekom Gerät nun schon seit fast 2Monaten in den USA und nutze es täglich. Es war noch nicht 1 Cent Datenkosten auf der Rechnung.

    Das Problem beim iPhone ist sehr einfach: es geht, Punkt!

    Ich hatte schon Nokia, WinMob, Android, Siemens,… aber KEINES hat mich so überzeugt wie das Apfeltelefon.

    Gruss Tobias

  2. iDet Says:

    Hallo Henning,

    ein wenig Nokia-Faszination aus vergangenen Zeitenklingt zwischen den Zeilen durch. Ich werde aber, wenn es mir mal gelingt, das N8 mal testen. Neulich war selbst ich als alter apple-Fan vom DESIRE positiv überrascht.

    Nur das ganze Syncen funktioniert mit dem iPhone so klasse, das ich erst einmal 73 mehr Features bei Samsung, HTC oder Nokia brauche, bevor ich überhaupt noch mal über ein anderes Telefon nachdenken würde.

    Und sei ehrlich: Nokia hat es verpennt und rennt jetzt hinterher 😉

  3. harry Says:

    Das N8 sieht ja Top aus, bin mal gespannt wie lange es dauert bis es bei uns in die Läden kommt.
    Würde es dann gerne mal Testen

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