Wenn ein Wildfire einen wild macht…

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Es begab sich zu einer Zeit, da Reinhard Hartmann (Name geändert), Arzt und Handy- und Computerfan, sich entschloss, seinen Vertrag zu verlängern, um für seinen leicht angejahrten MDA von T-Mobile einen Nachfolger zu erwerben. Oder wars umgekehrt? …

HTC Wildfire - ein Androide (Foto: HTC Corp.)

HTC Wildfire

Dazu besuchte er einen T-Punkt, denn er ist Kunde bei Deutschlands Marktführer und dort empfahl man ihm wärmstens ein Modell mit dem Namen „Wildfire“ von HTC oder hat es ihm gefallen oder war es einfach günstig, seis drum.

Gesehen, gekauft und ab nach Hause damit.

„Wie bekomme ich meine Kontakte und Termine auf das Teil?“, fragte er sich. Und wie es so ist, landete die Anfrage bei mir.

Meine Antwort: „Das geht heute in der Cloud“.

Seine Antwort war klar: „Hm, das gefällt mir nicht. Ich möchte was mit Datenkabel und Software, da soll es ein Programm namens HTC-Sync geben.“

Das hatte er schon im Internet gefunden – installiert und … Fehlanzeige. Das Programm erklärte einfach, da gibts kein Handy.

Gemeinsam durchstöberten wir das Internet und fanden in einem Forum folgende Auskunft: Man muß den USB-Debugging Modus (Einstellungen – Anwendungen – Entwickler) einschalten, sonst geht es nicht.  Und oh Wunder – auf einmal wurde immerhin das Handy vom PC gefunden.

Jetzt konnten wir die serienmäßig mitgelieferte Micro-SD-Karte im Handy erreichen. Dort fanden wir einige Handbücher als PDF-Datei und sogar eine ältere Treiber-Programme-Installationsversion. Also alles nochmal deinstalliert und neuinstalliert, noch vor dem ersten Programmstart erklärte die neue Software, daß sie sich im Netz aktualisieren müsse. Danach ging wieder nichts richtig.

Ein Blick auf die deutschen Seiten von HTC: Dort findet sich eine noch wesentlich neuere SoftwareVersion mit dem Namen 3.0.5511. Heruntergeladen und installiert und Hurra, auf einmal klappte die Verbindung zwischen Windows PC und dem Wildfire. Aber nur einmal, danach nicht mehr.

Ein frustrierter Griff zum Telefon. „Telekom hat mir das verkauft, die 2202 muß mir da helfen“, sagte sich der Kunde. Der erste Agent verband weiter, der nächste Agent fragte nur „HTC? Da müssen Sie schon dort anrufen. Ich geb Ihnen mal die Nummer: 069-2222-7334.“ Eine ganz normale Hotline- Rufnummer, keine 0180-Vorwahl. Das ist ja erfreulich.

Die Frau von HTC war sofort dran und freundlich: „Haben den Debugging Modus am Wildfire aktiviert? Ohne den gehts gar nicht. Haben Sie noch Active Sync von Microsoft auf Ihrem PC installiert?“ Ja hatte er, denn sonst hätte er ja seinen MDA nicht sinnvoll nutzen können. „Active Sync deinstallieren, dann geht es.“, lautete die kurze Anweisung des Supports und da war das Gespräch schon mit einer freundlichen Verabschiedung beendet.

Gesagt getan.

Es ging trotzdem noch nicht. Erst Mithilfe des Tools startup.cpl (www.mlin.net) wurden alle Programme auf dem Rechner „ausgeknipst“, die beim Rechnerstart nicht unbedingt benötigt werden, und jetzt klappte es wieder.

Das HTC-Sync Programm soll Adressen (Kontakte), Termine, Musik und Dateien synchronisieren. Nach dem Synchronisieren der Termine wurden viele Geburtstage in seinem Outlook 2003 „vervielfacht“, er darf nun in mühseliger Kleinarbeit seinen Terminkalender durchforsten und „reparieren“. Das ist übrigens kein typisches HTC-Problem, das kann mit den Sync-Lösungen von Nokia oder RIM-Blackberry auch passieren. Wer daran Schuld ist, keine Ahnung.

Update:

Bei weiteren Sync-Versuchen meldete sich immer wieder der Fehler „…konnten nicht alle Daten übernommen werden.“ Als Ausgleich hat die Software einige Kontakte im Outlook auf dem PC zerstört.

Da kommt richtig Freude auf.

Reinhard Hartmann hat seinen HTC Wildfire anstandlos zurückgeben können. Welches Handy als nächstes auf der Tagesordnung stehen mag? Ich werde berichten. Vielleicht ein Nokia-Handy oder einen Blackberry? Oder bleibt er bei seinem MDA ? (auch von HTC 🙂

Ich werde Sie informieren.

Bleiben viele Fragen:

Sind heutige Handys für einfache Anwendungen der Kunden einfach viel zu kompliziert?

Oder sind die heutigen Kunden für die Hersteller einfach nur zu … unwissend?

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5 Antworten to “Wenn ein Wildfire einen wild macht…”

  1. Tweets that mention Wenn ein Wildfire einen wild macht… « hrgajek.de – Henning Gajek's Blog -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Uwe Baltner, Henning Gajek. Henning Gajek said: Wenn ein Wildfire einen wild macht…: http://wp.me/pSBRX-gW […]

  2. iDet Says:

    Lieber Hennig,

    wieder ein wunderbarer Artikel von Dir. Vielleicht willst Du es nicht hören … aber genau das ist der Grund warum ich das iPhone so klasse finde. (zumindest wenn man auch einen Macintosh hat).

    Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, als ich am ersten Verkaufstag des iPhone 3G nach Belgien gefahren bin … mich in die Reihe gestellt habe (7 1/2 Sunden) und dann um 0:38 Uhr, als ich es endlich in den Händen hatte es ans MacBook angeschlossen haben … Bling Blung Blam … und schon waren alle Termin, Adressen, Links bei ersten Start im iPhone. Sowas hatte ich noch nie bei einem Umstieg auf eine neues Handy erlebt. Auch beim Wechsel auf 3Gs und iPhone 4 … einmal anschließen … und fertig. (alles ist wie auf dem letzten Gerät)

    Natürlich benutzte ich aber auch die Cloud von Apple: Mobile.Me … und das ist wirklich genial. Aber es ginge auch mit Stecker.

    Es funktioniert einfach … That’s it!

    Gruß an Deinen Freund … vielleicht kann es ja noch bei T-Mobile umtauschen 😉

    Gruß

    iDet

  3. Nicolai Says:

    Da kann ich mich dem Vorkommentator nur anschließen. Das ist ein wesentlicher Teil des Erfolgs des IPhone…

  4. Ralph A. Schmid Says:

    Ich hatte diese Sync-Probleme mit den Nokias schon im letzten Jahrtausend, mit dem iPhone genauso – erst mit BlackBerry geht alles einfach so. Einmal alle Kontakte, die in all den Jahren Nokia verhunzt hat, durchgegangen und korrigiert (das waren einige Tage, immer auf der Bahnfahrt zur Arbeit), dann einmal „sync“ gedrückt, und seither paßt das.

  5. Albert Says:

    Da ist der gute Mann selbst schuld, wenn er schon ein modern sein will und sich ein Smartphone kauft, dann aber noch auf die rückständige Kabel-Software Methode zum Syncen zurückgreifen will. Ich organisiere alle meine Kontakte über Gmail und hatte noch nie Probleme mit Duplikaten oder Treiberkonflikten.

    Wenn dann jemand als Smartphone-Besitzer kein mobiles Internet hat, frag ich mich wozu derjenige überhaupt ein Smartphone braucht…

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